Stand: 16.08.2020 16:27 Uhr

Immer mehr illegaler Müll am Straßenrand in MV

Illegaler Abfall aus Bauschutt liegt neben einer Landstraße. © dpa-Bildfunk Foto: Patrick Pleu
Illegaler Abfall auf den Straßen ist ein Ärgernis für jeden Landkreis. In MV finden die Entsorger besonders häufig Bauschutt, Altreifen und alte Möbel in den Müllbergen. (Archivbild)

In Mecklenburg-Vorpommern wird immer häufiger Abfall illegal am Straßenrand abgeladen. Kommunale Entsorger finden dabei besonders oft Bauschutt, Altreifen und Möbel. In Rostock zum Beispiel haben Menschen bis Ende Juni dieses Jahres mindestens 1.252 Mal Sperrmüll und Elektroschrott "nicht satzungsgemäß" abgeladen, wie es von der Stadt hieß. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es insgesamt 1.126 gemeldete Fälle. Auch Wismar hat in diesem Jahr mehr illegalen Müll zu bewältigen als im Vorjahr. Anders als in Rostock ist der Sperrmüll-Anteil darunter jedoch nicht bekannt, wie die Stadt Wismar mitteilte. Bis zum 30. Juli seien demnach 138 Tonnen illegaler Abfall angefallen. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es 118 Tonnen.

Leichter Anstieg im Landkreis Rostock

Der Landkreis Rostock nahm nach eigenen Angaben bis Ende Juli 52 Aufträge zur Entsorgung von illegal abgeladenem Müll entgegen. Das sei ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr, hieß es. Häufig befänden sich unter anderem chemische Stoffe darunter, zunehmend auch Altreifen, Dämmmaterial und Grünschnitt.

Hotspots vor allem in Großwohnanlagen

Ganze 404 illegale Müllablagerungen zählte der Landkreis Vorpommern-Rügen bis Anfang August. Davon waren 162 reine Sperrmüll-Ablagerungen oder solche, in denen Sperrmüll mitentsorgt worden ist, wie der Landkreis mitteilte. Hotspots gebe es vor allem in Großwohnanlagen, wo der Landkreis in diesem Jahr bereits 27 mal Sperrmüll entsorgen musste. Hier würden die Grundstückseigentümer den auf ihrem Areal abgeladenen Sperrmüll nicht anzeigen, weil sie dann die Kosten für die Entsorgung tragen müssten, sagte ein Sprecher.

Mehr regulärer Abfall durch Corona-Pandemie

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte registrierte bis zum 30. Juli 141 Fälle von illegal verkipptem Abfall. Im gesamten Jahr 2019 waren es 570, wie der Landkreis mitteilte. Sperrmüll befinde sich besonders häufig darunter, ebenso wie Baustellen- und Plastikabfälle. Etwa auf Vorjahresniveau bewegt sich nach eigenen Angaben die Landeshauptstadt Schwerin, die bis Ende Juli 121 Fälle von illegaler Müllablagerung registrierte. Ganz anders sei das Bild hingegen bei der regulären Abfallentsorgung. Infolge der Corona-Pandemie hätten die Menschen die neugewonnene Zeit genutzt, um Kellerräume auszuräumen, was sich am starken Anlauf in den Recyclinghöfen gezeigt habe. Auch Altkleider seien viel häufiger entsorgt worden als im Vorjahr, hieß es.

NWM: Mehr Sperrmüll angemeldet als im Vorjahr

In Nordwestmecklenburg meldeten die Menschen zwischen Januar und April deutlich häufiger Sperrmüll an als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der illegalen Sperrmüll-Ablagerungen sei nicht wesentlich höher als im Vorjahr, hieß es. Besonders häufig würden demnach Reifen illegal weggeworfen. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist die Zahl illegaler Sperrmüll-Ablagerungen bisher rückläufig. Bis Ende Juli waren es 119 Fälle, wohingegen im Vorjahreszeitraum 142 Fälle gezählt wurden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 16.08.2020 | 16:00 Uhr

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