Stand: 29.11.2018 17:49 Uhr

Ihlenberg-Gutachten: Überschreitungen unbedenklich

Eine Planierraupe arbeitet auf der Deponie Ihlenberg vor dem Bereich, der für die Anlieferung von Asbest-Müll vorbereitet ist. © dpa Foto: Jens Büttner
Seit Wochen in der Diskussion: die Deponie Ihlenberg (Archivbild).

Auf der landeseigenen Mülldeponie Ihlenberg hat es keine gravierenden Verstöße gegeben. Das ist das Ergebnis eines vom Land in Auftrag gegebenen Gutachtens. Es widerlegt zum Teil die Vorwürfe des ehemaligen Chef-Revisors Stefan Schwesig. Er hatte vermutet, dass zuviel giftiger Müll auf der Deponie Menschen gefährden könnte.

Nur unbedenkliche Überschreitungen der Grenzwerte

Es habe zwar Überschreitungen bei Grenzwerten gegeben, räumte der Gutachter ein. Diese seien aber nicht bedenklich und in weniger als einem Prozent der Messungen gefunden worden, heißt es in dem fast 40 Seiten starken Papier der Berliner Rechtsanwaltskanzlei.

Gutachten: Deponie hat zu spät gehandelt

Allerdings habe die Deponie in einigen Fällen nicht schnell und nachdrücklich gehandelt, um weitere Überschreitungen zu vermeiden. Der ehemalige Chef-Revisor der Deponie, Schwesig, hatte in seinem Bericht von massiven Grenzwertüberschreitungen bei Schwermetallen berichtet.

Gemeinsame Erklärung

Die zuständigen Landesminister Brodkorb, Glawe und Backhaus, die Geschäftsführung, Aufsichtsratsmitglieder und auch Ex-Revisor Schwesig gaben zudem eine gemeinsame Erklärung ab. Darin stimmen sie überein, dass auf dem Ihlenberg "grundsätzlich ein geordneter Deponiebetrieb" herrsche. Das Risikomangement des Betriebs müsse aber verbessert und ein Zukunftskonzept erarbeitet werden.

Weitere Informationen
Ein Verdichter schiebt auf dem Gelände der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) Hausmüll breit. (Aufnahme von 2002) © picture-alliance Foto: Jens Büttner

1979: Der Ihlenberg wird zur Deponie

Auf dem Ihlenberg in Mecklenburg lagerte der Westen schon zu DDR-Zeiten Giftmüll. 1979 beschloss das Politbüro den Bau der Müllkippe, die zur größten Sondermülldeponie Europas werden sollte. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.11.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Eine rote Fußgängerampel steht an der Straße vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. © dpa Foto: Bernd von Jutrczenka

Erneute Corona-Einschränkungen: Das gilt ab Montag

Um die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen einzudämmen, gibt es für die Bürger ab Montag drastische Einschränkungen. mehr

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig © NDR Foto: NDR

Schwesig zu neuen Corona-Regeln: Ein harter Schritt

Dem Coronavirus müsse "schnell, zügig und klar" die Stirn geboten werden, so Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin. mehr

Grafik mit der aktuellen "Corona-Ampel" für Mecklenburg-Vorpommern. © NDR

Corona in MV: 148 neue Infektionen, 2.486 insgesamt

Die meisten Neuinfektionen gibt es in Vorpommern-Greifswald. Dort steigt die Inzidenz auf den kritischen Wert von 52,8. mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Vorpommern-Greifswald erstes Corona-Risikogebiet in MV

Der Sieben-Tages-Inzidenzwert stieg auf 52,8. Damit können weitere Kontaktbeschränkungen in Kraft treten. mehr