Stand: 08.10.2018 12:54 Uhr

Identitären-Logo: Fahrradfibel zurückgerufen

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Das griechische Lambda ist Logo der Identitären Bewegung. Es taucht auch in einer Anzeige in der Fahrradfibel auf.

Die Schulämter in Mecklenburg-Vorpommern haben rund 14.000 Exemplare der neuesten Auflage einer Fahrradfibel für den Unterricht zurückgerufen. Hintergrund: Eine Firma aus Rostock, die einer rechten Gruppierung nahesteht, hat in der Fibel eine Werbe-Anzeige geschaltet.

Fahrradfibeln für Schüler liegen auf einem Tisch.

Verbotene Werbung in Schülerfibel

Nordmagazin -

14.000 Exemplare zur Verkehrserziehung für Grundschüler enthielten Werbung einer rechten Gruppierung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Das Schulamt schritt ein.

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Identitäre Bewegung wird vom Verfassungsschutz beobachtet

In der Anzeige ist das Logo der Identitären Bewegung (IB) zu sehen - einer rechts-gerichteten Jugendgruppierung, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet wird. Die Verfassungsschützer sehen Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen bei der Gruppierung, die vor allem von Rostock aus agiert.

Politischer Hintergrund war Verlag nicht bewusst

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Die Identitäre Bewegung ist im Nordosten vor allem in Rostock aktiv.

Der Verlag, der die Fibel herausgibt, sitzt in Sachsen-Anhalt und gibt an, nichts von dem politischen Hintergrund gewusst zu haben. Auch das Logo der IB sei ihnen nicht bekannt gewesen, hieß es. Der Verlag finanziert die Erstellung der Fahrradfibeln durch den Verkauf von Werbeanzeigen in dem Heft.

Bildungsministerium lässt Fibeln einsammeln

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) veranlasste, dass die betroffenen Fahrradfibeln wieder eingesammelt wurden. Dass eine politische Bewegung einseitig Werbung mache, gehe nicht. "An unseren Schulen gibt es das Neutralitätsgebot. Das heißt: Meinungsbildung und Meinungsfindung sind zulässig, aber Werbung von Vereinen und Verbänden, die in den politischen Bereich gehen, ist nicht gestattet", sagte Hesse dem NDR Nordmagazin.

Der Verlag hat zugesichert, künftig alle Kunden, die inserieren wollen, zu überprüfen. Er bekommt dabei Unterstützung vom Verfassungsschutz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.10.2018 | 19:30 Uhr

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