Stand: 11.09.2019 16:54 Uhr

Hochqualifizierte Jüngere wandern aus MV ab

Mecklenburg-Vorpommern hat weniger Hochqualifizierte als noch vor zehn Jahren. (Archivbild)

In Mecklenburg-Vorpommern sind heute weniger Menschen hochqualifiziert als noch vor zehn Jahren. Das haben das Statistische Bundesamt und die Landesämter in einer Bildungsvergleichsstudie ermittelt. Vor zehn Jahren hatten noch 27 Prozent der Menschen zwischen Mitte 20 und Mitte 60 einen sogenannten tertiären Abschluss - also ein abgeschlossenes Studium beziehungsweise eine Meister- , Techniker- oder Erzieherausbildung. 2018 waren es nur noch 25 Prozent.

Abwanderung jüngerer Qualifizierter als Grund

Unter den 25- bis 33-Jährigen im Land haben demnach sogar nur 24 Prozent einen tertiären Abschluss - und damit deutlich weniger als im bundesweiten Mittel, der bei 32 Prozent liege. Im Durchschnitt der OECD-Länder sind es den Angaben zufolge sogar 44 Prozent. Ein Grund dafür sei die Abwanderung jüngerer Menschen nach der Ausbildung, hieß es. Die Älteren im Land haben deutlich höhere Bildungsabschlüsse. Unter den 55- bis 63-Jährigen seien 30 Prozent hochqualifiziert - mehr als im deutschlandweiten Durchschnitt. Viele der heute Älteren hätten in der DDR hochwertige Bildungsabschlüsse erworben, sagte eine Sprecherin des Statistischen Landesamtes.

Nur wenige in MV ohne Berufsabschluss

Für die Untersuchung wurden in den Ländern Bildungsmerkmale von der Kita über Schule, Hochschulen bis hin zum lebenslangen Lernen verglichen. Dabei fiel auf, dass in Mecklenburg-Vorpommern nur wenige Menschen keinen ordentlichen Berufsabschluss haben. Die Quote beträgt hier knapp 8 Prozent - bundesweit liegt sie bei 13 Prozent.

Höhere Qualifikationen gefragter denn je

Den Experten zufolge steigt die Nachfrage nach höherwertigen Qualifikationen und Kompetenzen generell. Die Beschäftigungsquote von Absolventen des Tertiärbereichs ist demnach gegenüber der Gruppe mit Berufsabschluss um neun Prozentpunkte höher. Ihre Erwerbseinkommen seien im Durchschnitt 57 Prozent höher. Absolventen des Tertiärbereichs haben demnach auch eher eine gute Gesundheit, leben umweltbewusst oder nehmen am öffentlichen Leben teil.

MV punktet bei frühkindlicher Bildung

Bei der Untersuchung punktet Mecklenburg-Vorpommern vor allem bei der frühkindlichen und der Schulbildung. So besuchten im Jahr 2017 fast 90 Prozent der Zweijährigen eine Kinderkrippe. Damit verzeichne der Nordosten deutschlandweit nach Thüringen und Brandenburg die höchste Bildungsbeteiligung von Kindern dieser Altersgruppe. Auf Bundesebene besuchten demnach lediglich 66 Prozent der Zweijährigen eine Kinderkrippe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.09.2019 | 18:00 Uhr

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