Stand: 20.05.2017 10:07 Uhr

Hesse will mehr Plätze in Ganztagsschulen

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Das Ganztagsschulangebot in Mecklenburg-Vorpommern soll ausgeweitet werden. (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) will das Netz an Ganztagsschulen in den nächsten Jahren ausweiten. "Ganztägiges Lernen betrachte sie als große Chance", sagte Hesse. Ganztagsschulen und volle Halbtagsgrundschulen könnten Bildungs- und Freizeitangebote flexibler gestalten und neue Lernformen möglich machen. Besonders für Schülerinnen und Schüler in ländlichen Regionen sei das ganztägige Lernen wichtig, weil sie nachmittags nicht alleine zu Hause sind.

Neue Schulen kommen bald hinzu

Derzeit haben nach Ministeriumsangaben 146 der 188 Grundschulen im Nordosten den Status "volle Halbtagsgrundschule" mit zusätzlichen Angeboten neben dem Unterricht. Von den 252 Gymnasien, Regional- und Förderschulen haben demnach 188 Ganztagsschulen Unterricht oder Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag. Im nächsten Schuljahr sollen drei hinzukommen. Zwei weitere wollen ihr bisher freiwilliges Nachmittagsprogramm zur Pflicht machen und von offenen Ganztagsschulen zu gebundenen Ganztagsschulen werden.

10.000 neue Plätze bis 2021

Nach Hesses Plänen sollen bis zu 10.000 weitere Ganztagsschulplätze bis 2021 entstehen. Bereits jetzt nehmen laut der Ministerin 189.000 Schüler der Klassen eins bis zehn an ganztägigen Angeboten teil. Dies entspreche gut 60 Prozent aller Schüler dieser Altersgruppe. Hesse setzt zudem darauf, mehr außerschulische Partner für das Nachmittagsprogramm zu gewinnen. Kooperationen mit Einrichtungen und Vereinen in Kultur und Sport, Jugendhilfe und Umweltbildung seien ein großer Gewinn für die Ganztagsschulen. Im laufenden Jahr stelle das Land 26 Millionen Euro für die öffentlichen Ganztagsschulen und vollen Halbtagsgrundschulen bereit.

Landesjugendring: Erfahrungen auch außerhalb der Schule machen

Kritik an den Plänen kommt vom Landesjugendring und von der Linken. Gebundene Ganztagsschule bedeute, dass die Kinder den ganzen Tag in der Schule verbringen müssen, sagte der Referent für Grundsatzfragen beim Landesjugendring, Christian Thönelt. Damit müssten die Schüler nach dem Unterricht die von der Schule durchgeführten Freizeitangebote nutzen, auch wenn diese vielleicht gar nicht ihren Neigungen entsprechen. Kinder und Jugendliche sollten stattdessen auch Erfahrungen außerhalb des Schulbetriebs sammeln dürfen. "Wenn ich in einem Sportverein bin, sollte das von der Schule anerkannt werden", sagte Thönelt.

Linke: Gerade in größeren Städten fatal

Die Linken-Fraktionschefin Simone Oldenburg hält ganztägiges Lernen zwar für wichtig, einen Zwang zur gebundenen Ganztagsschule dürfe es aber nicht geben. "Gerade in größeren Städten ist die Pflicht zur Teilnahme jedes Schülers an Ganztagsangeboten fatal, da es so viele Organisationen, Vereine und Verbände gibt, die nicht alle Kooperationspartner der jeweiligen Schule sein können", sagte sie. In diesen Städten könnten Schüler dann erst am späten Nachmittag ihren wahren Interessen nachgehen. "Ihr Schultag verlängert sich damit unverhältnismäßig."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.05.2017 | 08:00 Uhr

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