VIDEO: Ueckermünde: Neue Kritik an Einrichtung für psychisch Kranke (2 Min)

Heimaufsicht findet keine Mängel in Ueckermünder Wohnheim

Stand: 30.06.2021 15:36 Uhr

Nach den Vorwürfen gegen ein Wohnheim für psychisch Kranke in Ueckermünde hat sich die Heimaufsicht die Einrichtung angeschaut - und keine hygienischen Mängel festgestellt.

Die Heimaufsicht des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat bei einem Kontrollbesuch keine hygienischen Mängel in der Einrichtung der AMEOS Eingliederung Ueckermünde festgestellt. Zuvor hatte eine Mutter aus Niedersachsen über die ihrer Meinung nach unhaltbaren hygienischen Zustände in der Einrichtung berichtet, in der ihr 29 Jahre alter Sohn seit vier Jahren wohnt. Mehrere Bewohner und der 29-Jährige gewährten den Kontrolleuren Einblick in ihre Unterkünfte. Dabei sei nichts auffälliges festgestellt worden, so eine Sprecherin der Kreisverwaltung Vorpommern-Greifswald. Der auf Fotos dokumentierte vermüllte und verdreckte Wohnraum des 29-Jährigen sei ein Einzelfall, der nicht der AMEOS-Eingliederung angelastet werden könne. Veranlasst hatte die Prüfung das Sozialministerium.

Sohn im desolaten Zustand

Die Mutter hatte sich am vergangenen Wochenende an den NDR in Mecklenburg-Vorpommern mit Bildern aus dem Zimmer ihres Sohnes gewandt. Demnach war das Zimmer schmutzig und äußerst unaufgeräumt. Ihren Aussagen zufolge war auch ihr Sohn in einem desolaten Zustand. Er leidet an Schizophrenie. Die Mutter war nach eigenen Angaben mit der Krankheit überfordert. Deshalb wurde ihrem Sohn ein gesetzlicher Betreuer zugeteilt.

Heimbetreiber: Bewohner können Hilfe ablehnen

Der Regionalgeschäftsführer der norddeutschen AMEOS-Krankenhäuser, Stephan Freitag, sagte gegenüber NDR 1 Radio MV: "Die Menschen hier sind - und das ist auch gut so - absolut frei und können in ihrer Freiheit tun und lassen, was sie möchten." Das gelte besonders in ihren eigenen vier Wänden, solange sie keine Mitbewohner belästigen oder stören. Die Einrichtung biete Hilfen an. Die Bewohner könnten diese aber ablehnen. Es sei den AMEOS-Mitarbeitern nur erlaubt, die Zimmer der Mieter im Notfall zu betreten. Eine verschmutzte Wohnung sei kein Notfall. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) will unter anderem noch geklärt wissen, warum der 29-Jährige keine Unterstützung für den Alltag bekommen habe.

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Patient  Foto: privat

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nordmagazin | 30.06.2021 | 18:20 Uhr

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