Familie auf einem modernen Hausboot © Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern Foto: TMV/Roth

Hausboot-Anbieter verlegt Flotte nach Brandenburg

Stand: 14.05.2021 11:38 Uhr

Rund ein Viertel seiner 130 Boote will einer der führenden deutschen Hausbootvermieter - die Kuhnle Tours GmbH aus Rechlin - ins Nachbarland Brandenburg verlegen. Grund sei die Tourismuspolitik des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

In Brandenburg ist der Bootstourismus in Teilen schon ab dem 21. Mai möglich, in Mecklenburg-Vorpommern erst ab Mitte Juni. Das Unternehmen möchte nicht noch mehr Bootstörns stornieren, so Pressesprecherin Dagmar Rockel: "Wir haben ganz viele Crews schon aus dem letzten Jahr vertröstet. Die wollen alle Boot fahren und wir können es uns einfach nicht mehr lange erlauben, auf die Einnahmen aus der Vermietung zu verzichten. Wir haben über 80 Mitarbeiter, [...] irgendwann müssen wir auch mal Geld verdienen."

Bürgermeister beklagt finanzielle Verluste

Rechlins Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth ist vor allem besorgt, weil durch den späteren Start in die Saison und die fehlenden Boote anderen Tourismusunternehmen Einnahmen verloren gehen. Gastronomen und Einzelhändler profitieren von den Mietern der Boote, deren Kaufkraft kommt nun den Brandenburgern zu Gute. Er könne aber den Schritt von Kuhnle Tours verstehen, zumal die Landesgrenze nach Brandenburg gerade mal 12 Kilometer von Rechlin entfernt ist. Und dort ist ja ab Pfingsten schon alles wieder möglich, zum Beispiel auch Bootsurlaub. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen beginnt die Saison erst am 14. Juni. Allerdings: Die Überführung nach Brandenburg soll aber nur vorübergehend sein. Das Unternehmen bleibt in Mecklenburg-Vorpommern, die Mitarbeiter werden auch nicht entlassen. Sobald sich die Situation in Mecklenburg-Vorpommern ändere, sollen die meisten Boote wieder zurück kommen.

DEHOGA-Präsident bittet um Durchhaltewillen

Das Unternehmen war bereits aus dem Hotel und Gaststättenverband Dehoga MV ausgetreten. Dessen Präsident Lars Schwarz kann die Wut verstehen, auch er sei mit der Politik unzufrieden. Mit Harald Kuhnle habe er alle Missverständnisse klären können. Er bat aber auch um Verständnis, dass eine Öffnung auch wirklich nachhaltig sein müsse: "Wenn wir öffnen, müssen wir dauerhaft öffnen. Nichts ist schlimmer: Du buchst deine Hausboote oder deine Hotels voll und dann gehen wir im Landkreis über 100 und dann schicken wir die Leute wieder nach Hause innerhalb von drei Tagen." Er bittet alle, noch ein bisschen durchzuhalten, um dann im Juni auch wirklich öffnen zu können.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 13.05.2021 | 12:00 Uhr

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