An den Landungsbrücken liegen mehrere Schiffe, die Hafenrundfahrten anbieten, im Hintergrund ist die Elbphilharmonie zu sehen. © NDR Foto: Eduard Valentin

Hamburg überschreitet Corona-Grenzwert: Was für Pendler gilt

Stand: 19.10.2020 18:39 Uhr

Hamburg könnte schon bald Corona-Risikogebiet werden. Für MV-Reisende würden dann strengere Regeln gelten. Den Warnwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner hat die Stadt am Montag überschritten.

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Ganz offiziell ist die Einstufung zum Risikogebiet noch nicht. Der Senat prüft, ob die gerade verschärften Kontaktbeschränkungen überarbeitet werden müssen. Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln in den Regionen greifen müssen, in denen dieser Grenzwert überschritten wird. Darüber muss der Senat aber zunächst beraten. Die Gesundheitsbehörde gab den Wert für die Hansestadt am Montag mit 50,6 an. Das Robert Koch-Institut (RKI) ging zu dem Zeitpunkt noch von 42,9 aus. Doch nur die Angabe vom RKI ist in rechtlicher Hinsicht maßgeblich, wenn Hamburger in anderen Bundesländern mit Beherbergungseinschränkungen übernachten wollen. Ein Behördensprecher erklärte die Differenz der Werte mit zeitlichen Verzögerungen bei der Erfassung der Fälle beim Institut in Berlin.

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen in MV in Quarantäne

In der Hansestadt gelten bereits seit dem vergangenen Wochenende strengere Corona-Regeln: Ein Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, eine Sperrstunde, ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol und eine Maskenpflicht an Schulen. Berufstätige, die täglich aus Mecklenburg-Vorpommern nach Hamburg fahren, können das auch weiterhin tun. Allerdings würden mögliche Quarantäneregeln bei der Rückkehr nach MV greifen. Die Landesregierung hat viele Ausnahmen definiert - zum Beispiel für alle Menschen, die im Personen-, Post-, Waren- und Güterverkehr arbeiten oder im medizinischen Bereich, in der Ernährungswirtschaft, dem Lebensmittelhandel und im Rechtswesen. Auch Luft-, Schiffs-, Bahn- und Busverkehrsunternehmen sind ausgenommen. Und wer sich auf der Liste der Landesregierung nicht findet, braucht eine Bescheinigung vom Arbeitgeber, dass beruflich zwingend notwendig ist, dass er nach Hamburg muss. Im Zweifel kann man auch mit dem Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen und eine Befreiung von der Quarantänepflicht beantragen.

Besuch der Kernfamilie weiterhin möglich

Im Prinzip gelten die gleichen Regeln wie für andere Risikogebiete in Deutschland wie zum Beispiel Berlin. Wer mal eben zum einkaufen nach Hamburg will, muß bei seiner Rückkehr nach Mecklenburg-Vorpommern für zwei Wochen in Quarantäne und einen Corona-Test machen lassen. Besuche bei der Kernfamilie in Hamburg oder Besuch der Kernfamilie aus Hamburg ist dagegen möglich. Eltern, Großeltern, Kinder, aber auch Lebenspartner dürfen ihre Familien in Hamburg besuchen, ohne danach in Quarantäne zu müssen. Und sie dürfen auch solchen Besuch aus Hamburg empfangen.

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Kein Anspruch für Pendler auf kostenlose Tests

Wer jeden Tag zum Arbeiten nach Hamburg fährt und sich testen lassen möchte, hat jedoch keinen Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Test. Zumindest sieht das die Corona-Verordnung des Landes für Berufspendler nicht vor. Wer jedoch Anzeichen eine Krankheit hat, sollte sich natürlich testen lassen. Der Hausarzt und das zuständige Gesundheitsamt wären da die richtigen Ansprechpartner. Das gilt auch für alle, die Kontakt zu einem Corona-Postiv-Getesteten hatten - zum Beispiel, wenn die Corona-Warn-App das anzeigt. Außerdem gibt es besondere Regeln für Menschen, die in Mecklenburg-Vorpommern in Schulen, Kitas oder im Gesundheitswesen arbeiten. Diese Menschen haben immer einen Anspruch auf einen Corona-Test. Fahren sie nach Hamburg zum Familienbesuch, dürften sie sich also danach testen lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 19.10.2020 | 19:00 Uhr

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