Stand: 02.07.2019 15:16 Uhr

Haftstrafe nach Angriff auf Asylbewerber

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Der Angeklagte wurde nach seinem Geständnis zu acht Monaten Haft und Schmerzensgeld verurteilt.

Das Amtsgericht Neubrandenburg hat einen 32-jährigen Mann wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten verurteilt. Er hatte gestanden, einen Asylbewerber im April vergangenen Jahres in Friedland bei Neubrandenburg angegriffen zu haben.

Zum Tatzeitpunkt alkoholosiert

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Tat fremdenfeindlich motiviert war. Der 32-Jährige soll im April 2018 mit einem jüngeren Bekannten zwei Zuwanderern aus Eritrea hinterhergelaufen sein, einen von ihnen geschlagen und ihre Fahrräder in einen Teich geworfen haben. Als Grund für die Tat gaben die Angeklagten an, dass die Asylbewerber ihnen den Mittelfinger gezeigt hätten. Die Zuwanderer wiesen das zurück. Der 32-Jährige und sein Bekannter waren während der Tat alkoholisiert.

Angeklagter war vorbestraft

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten zehn Monate Haft wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung gefordert. Das Gericht bewertete das Geständnis des Mannes als strafmildernd. Allerdings kam eine Bewährungsstrafe nicht mehr in Frage, da der Mann bereits vorbestraft war. Außerdem soll er 500 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen. Gegen den zweiten Tatverdächtigen wird in einem extra Verfahren verhandelt, bei ihm soll zunächst ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden. Einer der beiden Asylbewerber ist inzwischen in sein Erstaufnahmeland abgeschoben worden.

Weitere Informationen

Überfall auf Eritreer: Staatsschutz ermittelt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.07.2019 | 15:00 Uhr

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