Stand: 11.01.2019 14:17 Uhr

Gymnasial-Schulleiter für rasche Einstellungen

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Künftig gibt es an den gymnasialen Oberstufen in MV wieder Leistungs- und Grundkurse. (Archivbild)

Die Gymnasial-Schulleiter in Mecklenburg-Vorpommern wünschen sich eine Vereinfachung der Einstellungsverfahren für Lehrer. Auf ihrer Jahrestagung in Stavenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) berieten rund 50 Schulleiter von Gymnasien und Gesamtschulen auch zur Reform der gymnasialen Oberstufe.

Oberstufe wird reformiert

Vom nächsten Schuljahr an sollen die Schüler der 11. und 12. Klassen wieder in Grund- und Leistungskursen lernen. Beide Leistungskursfächer und ein weiteres Fach werden im Abitur schriftlich geprüft, zwei weitere mündlich.

Schüler schreiben in einer Klasse.

Gymnasien wollen wieder Leistungskurse einführen

Nordmagazin -

Die Gymnasial-Schulleiter haben eine Rückkehr zum Leistungskurs-System beschlossen. Demnach soll der Unterricht in Leistungskurse und Grundkurse getrennt werden.

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Schulleiter sehen Vorteile für Schüler und Lehrer

"Ich denke, das wird ein Erfolg werden", sagte Ingolf Litzner von der Vereinigung der Gymnasial-Schulleiter. Er selbst ist seit vielen Jahren Schulleiter am Gymnasium in Gadebusch (Landkreis Nordwestmecklenburg). Laut Litzner liegt die Neuregelung im Interesse der Schüler: "Sie haben anstatt sechs Fächern auf Hauptfach-Niveau nur noch zwei Leistungskursfächer. Das ist eine gewisse Entlastung. Und auch für uns Lehrer ist es eine gewisse Entlastung, Kurse zu haben, die etwas mehr differenzieren."

"Kleinere Gymnasien können nicht das ganze Spektrum anbieten"

Litzner erwartet ein deutlich höheres Lernniveau, wenn Schüler ihre Leistungskurse gezielt wählen können. Welche der möglichen Fächer das letztlich sind, wird an vielen Schulen derzeit beraten. Mindestens zwei Fachlehrer muss das Kollegium dafür haben, damit der Unterricht und die Prüfungen abgesichert sind. Für kleinere Gymnasien sei das nicht einfach, meint Litzner: "Kleinere Gymnasien können nicht das ganze Spektrum anbieten. Hier hilft vielleicht das Bildungsministerium, versprochen wurde es ja."

40 zusätzliche Lehrerstellen, aber keine Lehrer?

Die Vereinigung der Schulleiter an Gymnasien geht davon aus, dass durch die Reform ein Mehrbedarf von etwa zwölf Lehrer-Wochenstunden in den Abiturklassen an den Schulen erforderlich wird. Das Land will 40 weitere Lehrerstellen bereitstellen. "Wir haben mehr Stellen zur Verfügung gestellt - für gerade die kleineren gymnasialen Oberstufen, um das auch aufzufangen", sagte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). "Aber man muss auch ehrlich sein, dass gerade die großen städtischen Gymnasien breiter anbieten können als das im ländlichen Raum möglich ist."

Die Stellen allein nützten allerdings wenig, solange Lehrer fehlen, so Litzner. Dieses Problem habe nun auch die Gymnasien erreicht: "Das hätte ich mir vor wenigen Jahren nicht vorstellen können: dass genug Stellen da sind, dass wir ausschreiben und dass sich kein ausgebildeter Lehrer meldet- bundesweit! Das ist schon erschreckend."

Litzner: Einstellungsverfahren dauern zu lange

Litzner und seine Kollegen wünschen sich schnellere Einstellungsverfahren für neue Lehrer. Denn nach dem Votum der Schulleitung vergehen oft Wochen, bis die Unterlagen Schulamt und Personalräte passiert haben. Manche Einstellungen scheiterten, weil das Verfahren zu lange dauere. Denn ausgebildete Lehrkräfte und ehemalige Referendare würden sich natürlich auch in Schleswig-Holstein oder Brandenburg bewerben - "und dort kann der Schulleiter einfach entscheiden und schon habe ich meinen Arbeitsvertrag."

Christoph Racky neuer Vorsitzender

In Stavenhagen wählte die Vereinigung der Gymnasial-Schulleiter auch einen neuen Vorsitzenden. Christoph Racky vom Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bergen auf Rügen wird die Vereinigung künftig leiten. Er löst Litzner ab, er die Interessen-Vertretung der Gymnasial-Schulleiter zuvor zwölf Jahre lang geführt hatte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.01.2019 | 16:10 Uhr

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NDR Fernsehen