Loch im Pflaster, wo ein Stolperstein herausgebrochen wurde. Daneben eine Kerze und eine Rose. © dpa - Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Güstrow: Gestohlene Stolpersteine ersetzt

Stand: 16.06.2021 14:45 Uhr

In Güstrow sind vier Stolpersteine zum Gedenken an jüdische Mitbürger verlegt worden, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Sie ersetzen jene Steine, die im Dezember gestohlen worden waren.

In der Hansenstraße am Rande der Altstadt Güstrows (Landkreis Rostock) sind am Mittwoch vier neue sogenannte Stolpersteine verlegt worden. Sie ersetzen jene, die kurz vor Weihnachten 2020 von unbekannten Tätern aus dem Pflaster gerissen worden waren. Die Steine erinnern an jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt, die vor knapp 80 Jahren von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Für die neuen Steine hatte der Kunst- und Altertumsverein Güstrow Spenden gesammelt. Dabei kamen rund 2.000 Euro von mehr als 50 Spendern zusammen. Da ein Stein 120 Euro kostet, bleibt noch Geld übrig, von dem weitere Steine in Auftrag gegeben werden sollen.

Bislang 19 Gedenksteine in der Barlach-Stadt

In Güstrow wurden von dem Künstler Gunter Demnig bisher vor fünf Häusern, in denen Juden lebten, 19 Stolpersteine verlegt. In der Hansenstraße erinnern sie an den letzten Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Güstrow, Max Jacobsohn, seine zweite Ehefrau Herta, seinen Sohn Hans sowie Jacobsohns Schwiegermutter Lieschen Ehrlich. Sie wurden 1942 und 1943 in Auschwitz ermordet.

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Loch im Pflaster, wo ein Stolperstein herausgebrochen wurde. Daneben eine Kerze und eine Rose. © dpa - Bildfunk Foto: Stefan Sauer

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Man stehe mit dem Künstler in Kontakt, der die Steine ursprünglich angefertigt hatte, so eine Sprecherin der Stadt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.06.2021 | 06:00 Uhr

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