Stand: 30.04.2019 15:38 Uhr

Sowjet-Altlasten: Grundwasserreinigung abgeschlossen

Fast 14 Millionen Kubikmeter Grundwasser sind in der Anlage gereinigt worden.

Die Grundwasserreinigung im Süden von Schwerin ist am Dienstag abgeschlossen worden. Nach zehn Jahren und rund 14 Millionen Kubikmeter gereinigtem Wasser wurde die Wasseraufbereitungsanlagen in Stern Buchholz nun abgeschaltet. Es ist eine der bundesweit größten derartigen Anlagen.

Chemische Rückstände von Sowjet-Armee

Auf einer Fläche von 1,4 Kilometer Länge und 400 Meter Breite hatte die sowjetische Armee den Boden mit leichtflüchtigen Chlorkohlenwasserstoffen belastet. Diese stammen vor allem aus chemischen Reinigungsmitteln, die am Garnisonsstandort Stern-Buchholz verwendet worden waren und das Grundwasser verunreinigten. Auch in der Luft am Boden waren die Chemikalien nachweisbar.

Nachhaltigkeit der Reinigung wird zehn Jahre lang überprüft

Für die Sanierung des Gebietes waren 16 Kilometer Druckrohrleitungen verlegt worden. Insgesamt haben die Ingenieure 17 Tonnen der Chlorkohlenwasserstoffe aus dem Grundwasser gefiltert. Das aus Brunnen gepumpte Wasser wurde gereinigt und wieder zurück in den Boden geleitet. So sank die Belastung von 80 Milligramm Chlorkohlenwasserstoff auf 0,22 Milligramm je Liter.

Eine Grundwasseraufbereitungsanlage bei Schwerin

Grundwasserreinigung in Schwerin abgeschlossen

Nordmagazin -

Zehn Jahre lang wurde im Süden Schwerins mitten im Wald das Grundwasser von Altlasten befreit. Jetzt wurde die Wasseraufbereitungsanlage offiziell abgeschaltet.

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Sanierung kostete rund 15 Millionen Euro

Rund 15 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet. In den kommenden zehn Jahren wird der dauerhafte Erfolg der Maßnahme und die Qualität des Grundwassers überwacht. In 200 Jahren, so schätzen die Ingenieure, hätte das Gift den Einzugsbereich eines Wasserwerks erreicht, dass große Teile Schwerins versorgt.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 30.04.2019 | 19:30 Uhr

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