Stand: 25.10.2019 13:47 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Grundurteil: Mehr Schmerzensgeld obwohl nicht angeschnallt

Autogurt © NDR
Obwohl sie bei einem Unfall nicht angeschnallt war, erhält eine junge Frau wohl mehr Schmerzensgeld als ursprünglich geurteilt. (Symbolbild)

In einem Schmerzensgeldprozess vor dem Oberlandesgericht in Rostock hat das Gericht das ursprüngliche Urteil des Landgerichts Rostock gekippt. Obwohl das Opfer eines Verkehrsunfalls nicht angeschnallt war, kann es deutlich mehr Schmerzensgeld erhalten als ursprünglich geurteilt wurde.

Seit Verkehrsunfall schwer behindert

Als 16-Jährige war die Klägerin zu einem 21-Jährigen ins Auto gestiegen. Dieser hatte laut Gericht mit überhöhter Geschwindigkeit einen schweren Unfall verursacht. Die Jugendliche auf der Rückbank war nicht angeschnallt und erlitt so schwere Verletzungen, dass sie seitdem schwerbehindert ist. Das Schmerzensgeld der Haftpflichtversicherung des Fahrers in Höhe von 30.000 Euro war der jungen Frau zu gering.

Unfallopfer fordert mindestens 320.000 Euro

Sie fordert den Angaben zufolge ein weiteres Schmerzensgeld von mindestens 320.000 Euro, eine monatliche Schmerzensgeldrente von 500 Euro und den Ersatz ihres Verdienstausfalls. Diese Forderung hatte das Landgericht Rostock abgewiesen. Sie sei nicht angeschnallt gewesen und hätte mit Gurt einen wesentlichen Teil der Verletzungen nicht erlitten, so die Begründung.

Opfer bekommt zwei Drittel der Schadenssumme

Das Oberlandesgericht urteilte nun anders und sprach sich in einem Grundurteil für eine andere Schadensberechnung aus. Demnach sei der Gesamtschaden neu zu berechnen und dem Opfer zwei Drittel der Schadenssumme als Schmerzensgeld zuzusprechen. Wie hoch die genaue Summe sein wird, muss in einem weiteren Verfahren geklärt werden. Der Anteil des Unfallverursachers, der die zulässige Geschwindigkeit um mehr als 25 Prozent überschritten und eine Kurve geschnitten habe, überwiege deutlich. Gegen das Urteil kann nicht in Revision gegangen werden. Die Prozessbeteiligten haben allerdings die Möglichkeit, den Fall vor dem Bundesgerichtshof prüfen zu lassen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.10.2019 | 14:00 Uhr

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