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Greifswald: Streit um Wiedervernässung des Polders Eisenhammer

Stand: 12.07.2021 11:29 Uhr

Der Streit um die bevorstehende Wiedervernässung des Polders Eisenhammer geht in die nächste Runde. Der BUND sieht durch die Renaturierung geschützte Arten bedroht. Ein StALU-Gutachten soll das Gegenteil belegen. Nun hat der Naturschutzbund einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

In Greifswald geht der Streit um den Polder Eisenhammer weiter. Kurz vor Beginn der geplanten Renaturierung fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Nachbesserungen. Der Verein hat 160 geschützte Arten und Biotope in dem Gebiet nördlich des Ryck gefunden, einige sogar vom Aussterben bedroht. Um sie zu erhalten, müssten die Arten vor dem Baubeginn umgesiedelt werden. Zudem müsse ein Teil des Rosentaldeiches erhalten bleiben, so Jan-Hinnerk Schwarz vom BUND.

BUND: "Pflegemaßnahmen bald nicht mehr möglich"

"Wenn der Deich hier allerdings geschlitzt wird, haben wir das Problem, dass die ganzen Pflanzen, die sich im Zwischenbereich befinden, nicht mehr gepflegt werden können", erklärt Schwarz. Momentan würde der Deich ein- oder zweimal im Jahr gemäht beziehungsweise gemulcht. "Das brauchen diese seltenen Arten als Pflegemaßnahme. Wenn jetzt nun hier die Deichfläche geschlitzt wird, dann ist es mit der Pflege aus und dann ist es auch mit dem Vorkommen der vielen vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten erledigt", so an-Hinnerk Schwarz.

Karte: Polder Eisenhammer und Rosental-Deich

StALU-Gutachten: Keine geschützten Arten bedroht

Der BUND befürchtet durch die Bauarbeiten und die geplante Überflutung des Gebietes den Verlust zahlreicher geschützter Arten und Lebensräume. 160 solcher Arten und Biotope hat der Verband festgestellt - darunter vom Aussterben bedrohte Arten, wie den Gekielten Lauch oder das Hellerkraut. Auf Bestreben des Verbandes hatte das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) das Gebiet 2020 von einem Gutachter untersuchen lassen. Das Ergebnis liegt dem NDR vor.

BUND hat Rechtsanwalt eingeschaltet

Demnach gibt es nur eine besonders geschützte Art, die von der Vernässung sogar profitiert. Der Gutachter empfiehlt eine ökologische Baubegleitung auch zum Schutz der Brutvögel. Der BUND befürchtet, dass sich der Gutachter am Interesse des Stalu orientiert hat und hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Am kommenden Montag sollen laut Stalu die Bauarbeiten beginnen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.07.2021 | 12:00 Uhr

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