Stand: 06.11.2018 12:08 Uhr

Greifswald: Hubschrauber messen Radioaktivität

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Die Mess-Hubschrauber fliegen in mindestens 90 Metern Höhe. (Symbolbild)

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will die radioaktive Strahlung in der Region Greifswald-Lubmin sowie um Dedelow bei Prenzlau besser kontrollieren. Zusammen mit der Bundespolizei sollen künftig regelmäßig Messübungen mit zwei Hubschraubern über unterschiedlichsten Regionen Deutschlands gemacht werden. Sie sollen dazu dienen, Abläufe für den Ernstfall zu üben.

Ein Hubschrauber fliegt am Himmel.

Hubschraubermessflüge zur Radioaktivität

Nordmagazin -

Im Ernstfall müssen schnell Daten darüber gewonnen werden, wie hoch die radioaktive Strahlung in einer Region ist. Das geschieht mit Hubschraubermessflügen.

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500 Quadratkilometer werden abgeflogen

Wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts betonte, gebe es keinen konkreten Anlass für die Messflüge. "Das Ergebnis dieser Messungen ist jedoch im Ernstfall eine wesentliche Grundlage für die Arbeit der Katastrophenschutzbehörden." Bis Freitag werden die mit Messtechnik ausgestatteten Bundespolizei-Hubschrauber eine Fläche von etwa 500 Quadratkilometern überfliegen und Daten sammeln.

Abgleich mit Messungen am Boden

Die aus der Luft gemessenen Werte sollen anschließend mit Daten von Messstationen am Boden verglichen und auf Plausibilität geprüft werden. Per Hubschrauber lasse sich schnell und großflächig ermitteln, welche radioaktiven Stoffe am Boden abgelagert wurden und welche Gebiete bei einem nuklearen Notfall betroffen sind, hieß es vom BfS. Aus diesen Daten könne die Strahlenbelastung für die Bevölkerung abgeleitet werden.

Tschernobyl-Strahlung und altes AKW im Fokus

Neben der natürlichen Radioaktivität sollen mögliche Ablagerungen von Caesium-137 erfasst werden, das beim Tschernobyl-Unfall vor 32 Jahren freigesetzt wurde. Besondere Aufmerksamkeit wollen die Strahlenschutzexperten auch auf das stillgelegte Atomkraftwerk und das atomare Zwischenlager in Lubmin richten.

Flugrouten werden täglich neu bestimmt

Die Hubschrauber sind jeden Tag zwischen 9 und 17 Uhr auf täglich neu festgelegten Routen unterwegs. Die Helikopter fliegen in einer Höhe von mindestens 90 Metern und einer Geschwindigkeit von etwa 100 Kilometern pro Stunde. Es ist die erste gemeinsame Messübung von BfS und Bundespolizei in Mecklenburg-Vorpommern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.11.2018 | 08:00 Uhr

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