Stand: 20.06.2014 20:06 Uhr

Regenbogenflagge am Rathaus gehisst

Mehrere Fahnen wehen vor dem Rathaus in Schwerin, darunter eine Regenbogenfahne. © CSD Schwerin e.V. Foto: CSD Schwerin e.V.
Um das Hissen der Regenbogenfahne ist ein Streit entbrannt.

Schwerins Oberbürgermeisterin Angellika Gramkow hat anlässlich der schwul-lesbischen Kulturtage die Regenbogenflagge vor dem Rathaus hissen lassen. Damit widersetzte sie sich eine Anweisung des Innenministers. Lorenz Caffier (CDU) hatte jüngst darauf hingeweisen, dass dies nicht erlaubt sei. Die Flagge des Christopher Street Days - einer politischen Organisation - bedürfe der Genehmigung, so Caffier.

Caffier will die Fahne nicht abnehmen lassen

Gramkow kündigte auf NDR 1 Radio MV an, die Flagge trotzdem zu hissen. Sie hatte bereits vor einem halben Jahr versprochen, die Fahne zu setzen, die ein Symbol für Weltoffenheit und Toleranz sei. Die Flagge soll an einem der offiziellen Masten auf dem Bürgersteig vor dem Rathaus wehen. Caffier hatte bereits angekündigt, dass er nicht einschreiten werde.

Wismar: Marktplatz statt Rathaus

Wismar umgeht die Anordnung des Innenministers. In der Hansestadt ist die Fahne an einem Mast auf dem Marktplatz angebracht - in ausreichendem Abstand zum Rathaus. Diese Möglichkeit gibt es in Schwerin aber nicht, so Gramkow. Das bisherige stillschweigende Dulden des Innenministeriums habe die Stadt offenbar zu liberal ausgelegt.

15 Regenbogenfahnen vor dem Schweriner Schloss

Auch vor dem Schweriner Schloss, dem Landtagssitz, wehten am Freitag 15 Regenbogenfahnen. Initiert wurde die AKtion von den Grünen, die mit der Aktion ein Zeichen der Vielfalt, der Toleranz und der Wertschätzung setzen wollen, wie die Grünen-Abgeordnete und Vizepräsidentin des Landtags, Silke Gajek, erklärte. Gajek kündigte an, in den nächsten Landtag einen Antrag einzubringen, in dem die landesweite Genehmigung zur Beflaggung mit der Regenbogenfahne gefordert wird. Die Grünen seien für 100 Prozent Gleichstellung.

SPD und Linke beteiligen sich am Hissen

Die Regenbogenflagge ist am Freitag auch vor dem AOK-Gebäude und dem Willy-Brandt-Haus Schwerin gehisst worden. Die SPD Schwerin folge dem Aufruf des Vereins CSD Schwerin und setze ein optisches Zeichen, dass sie für eine weltoffene, vielfältige und tolerante Gesellschaft steht, sagte der Chef der Schweriner SPD-Fraktion, Daniel Meslien. Die Linksfraktion im Landtag erklärte, dass sich ihre Abgeordneten ebenfalls an der Flaggen-Aktion beteiligen. "Am Christopher Street Day (CSD) wird daran erinnert, dass Schwule und Lesben immer noch Problemen und Diskriminierungen ausgesetzt sind", sagte der Abgeordnete Peter Ritter. Er nannte es beschämend, dass Innenminister Caffier am sogenannten Flaggenerlass festhalte.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.06.2014 | 22:00 Uhr

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