Der Impfstoff, der von der Universität Oxford und dem Pharmakonzerns Astrazeneca produziert wird, liegt in einem Kühlschrank in einem geöffneten Karton.  Foto: Liam Mcburney/PA Wire/dpa

Glawe zu AstraZeneca: "Sicherheit geht vor Schnelligkeit"

Stand: 16.03.2021 12:03 Uhr

Die Corona-Impfungen mit AstraZeneca wurden in Deutschland gestoppt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Mecklenburg-Vorpommern bisher gut 19.200 Dosen AstraZeneca verimpft worden.

Impfungen mit dem Mittel des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca sind in Deutschland vorsorglich ausgesetzt worden. Das Paul-Ehrlich-Institut halte nach Meldungen von Hirnvenen-Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung weitere Untersuchungen für nötig, hieß es am Montag aus dem Gesundheitsministerium in Schwerin. Die Entscheidung des Bundes betrifft sowohl Erst- als auch Folgeimpfungen. Bisher wurden landesweit nach Angaben des Robert Koch-Instituts gut 19.200 Dosen vom AstraZeneca Impfstoff verwendet.

Zehntausende Impfungen gestoppt

Laut Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sind für die nächsten Tage und Wochen rund 70.000 Impfungen mit AstraZeneca im Land geplant gewesen. Diese Termine seien nun alle gestoppt. Eine Impfung mit AstraZeneca sei diese Woche garantiert nicht mehr möglich, so Glawe weiter. Allein in Schwerin sind für diese Woche rund 1.100 Impfungen abgesagt worden, in Ludwigslust-Parchim 1.000 und in Nordwestmecklenburg 850. Im Landkreis Vorpommern-Rügen müssen allein am heutigen Dienstag 141 Impftermine abgesagt werden. Der Landkreis bedauert den Impfstopp, da die Impfstrategie gerade für Schulen und Kitas dadurch verzögert werde.

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Viele Lehrer und Erzieher betroffen

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald mussten rund ein Drittel der Impfungen abgesagt werden, betroffen seien vor allem Erzieher und Lehrer. Rund 2.400 impfwillige Erzieher und Lehrer hatten sich gemeldet, sie werden nun umdisponiert, wie es weiter hieß. Etwa 900 von ihnen wurden bereits geimpft. Der Landkreis hofft auf eine baldige Entscheidung, wann und wie weiter verfahren werden kann. Von kommendem Montag (22. März) an sollten eigentlich die Impfungen des Personals in den Hausarztpraxen beginnen. Zehn Impfdosen waren bereits an jede teilnehmende Praxen verschickt worden. Wie es mit den Impfungen weitergeht, ist noch nicht geklärt.

Glawe bedauert Stocken der Impfkampagne

Für die Landesregierung gelte jetzt: "Sicherheit geht vor Schnelligkeit", sagte Glawe weiter. Nebenwirkungen, die nun untersucht werden, wurden laut Gesundheitsministerium im Land bisher aber nicht gemeldet. Glawe bedauert, dass die Impfkampagne nun ins Stocken gerate. AstraZeneca wurde im Land für eine große Impfgruppe eingesetzt - darunter Personen, die nach der Bundesimpfverordnung in die Priorität 2 gehören wie medizinisches Personal, Lehrer und Erzieher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 16.03.2021 | 12:00 Uhr

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