Stand: 04.09.2019 17:19 Uhr

Geteilte Reaktionen auf Bundes-Agrarpaket

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Das Tierwohl-Label soll zunächst nur für Schweinefleisch gelten.

Das Agrarpaket der Bundesregierung für mehr Tierwohl und Insektenschutz hat in Mecklenburg-Vorpommern unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern begrüßt das geplante Tierwohl-Label, das zunächst für Schweinefleisch gelten soll. Sie fordert die Kennzeichnung aber für alle Tierarten. Zudem sollte sie verpflichtend sein und nicht, wie vorgesehen, freiwillig. Perspektivisch müsse es eine EU-weite Kennzeichnungspflicht geben. Das Logo soll es in drei Stufen mit jeweils steigenden Anforderungen geben. Stufe 1 beispielsweise bedeutet, dass den Tieren unter anderem 20 Prozent mehr Platz zur Verfügung steht, bei Stufe 2 sind es 47 und bei Stufe drei rund 100 Prozent.

BUND: "Freiwilligkeit ist der falsche Weg"

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz geht die Regelung nicht weit genug. Die Bundesregierung verpasse hier eine Chance, den gesellschaftlich gewollten Umbau der Tierhaltung umfassend anzugehen, sagt der agrarpolitische Experte des BUND, Burkhard Roloff. Auf Freiwilligkeit zu setzen, sei der völlig falsche Weg. Es müsse eine Pflichtkennzeichnung geben wie bei Eiern. Das Agrarpaket der Bundesregierung umfasst auch ein Glyphosat-Verbot ab 2024, um Insekten besser zu schützen. Das Mittel darf in Haus- und Kleingärten bereits von nächstem Jahr an nicht mehr verwendet werden.

Bauernverband kritisiert Änderungen bei Agrarförderung

Beim Bauernverband stößt das Gesetz auf breite Ablehnung. Vor allem durch die Änderungen bei der Agrarförderung würden den Landwirten fest eingeplante Finanzmittel entzogen. Nach den Einbußen durch die Dürre im vergangenen Jahr und die durchwachsene Ernte in diesem Sommer seien viele Landwirtschaftsbetriebe sowieso schon in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation, so Bauernpräsident Detlef Kurreck. Die Regierungspläne sehen vor, dass von den Agrarsubventionen der EU im nächsten Jahr weniger Geld nach Fläche verteilt wird und mehr für Umwelt- und Klimaschutz zur Verfügung steht. Bisher lag die Quote bei 4,5 Prozent, 2020 sollen es 6 Prozent sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.09.2019 | 15:00 Uhr

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