Stand: 19.11.2019 05:57 Uhr

Geteilte Meinungen zum Weiterbetrieb der Südbahn

Bild vergrößern
Der Zugverkehr zwischen Parchim und Malchow war wegen mangelnder Auslastung eingestellt worden.

Nach der Ankündigung zum Weiterbetrieb der Mecklenburger Südbahn zwischen Parchim und Plau sind die Reaktionen unterschiedlich. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD), die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Ludwigslust-Parchim und das Unternehmen Regio Infra Nord-Ost einigten sich darauf, dass die Züge vorerst bis 2027 wieder fahren, allerdings nur an Wochenenden und nur zwischen Himmelfahrt und Ende August. Laut Pegel ist der Personenverkehr aber nur ein Aspekt, es müsse auch gelingen, den Güterverkehr auf der Strecke wieder zu beleben. Der Zugverkehr auf der Strecke Parchim-Malchow war wegen mangelnder Auslastung im Jahr 2014 eingestellt worden. Jetzt hat die Landesregierung Investitionen von bis zu acht Millionen Euro angekündigt.

Landräte zufrieden mit Entscheidung

Der Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), sagte, er freue sich darüber, dass jetzt zusammen mit den Rufbussen ein lückenloses System entstehe. Auch der Landrat des Kreises Mecklenburgische Seenplatte, Heiko Kärger (CDU), nannte es wichtig, dass Fahrpläne von Bus und Bahn aufeinander abgestimmt werden, um die Strecke attraktiver zu machen.

Linke und Grüne üben Kritik an Wochenend-Regelung

Von einem Halt auf halber Strecke sprach die Linksfraktion im Landtag. Die Zugeständnisse vom Land reichten gerade einmal aus, den Zug anfahren zu lassen und ihm Halt auf halber Strecke zu verordnen, kritisierte die verkehrspolitische Sprecherin Mignon Schwenke. Auf der Strecke blieben zum Beispiel die Pendler. "Zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt oder Einkauf wird aus und in die Region weiterhin niemand zwischen Parchim und Malchow die Bahn nutzen können." Das sei halbherzige Verkehrspolitik, so Schwenke. Ziel müsse die durchgängige Südbahn mit Anbindung von Plau am See "oder besser gleich mit Nord-Südverbindung nach Nordbrandenburg sein".
Die Grünen fordern, dass die Züge die ganze Strecke zwischen Parchim und Malchow ganzjährig fahren. Die Landesregierung solle nicht die Bedürfnisse der Touristen über die der Einheimischen stellen, sagte Landesvorstandsmitglied Jana Klinkenberg.
Die Freien Wähler begrüßten "das Einlenken der Landesregierung". Das Ergebnis sei ein großer Erfolg, auch für die Bürgerinitiativen und engagierten Einwohner des Landes, die jahrelang und hartnäckig für ihre "Südbahn" gekämpft hätten.

Bürgerinitiative lobt das Ergebnis

Die Bürgerinitiative "pro Schiene" hatte seit 2014 für die Wiederaufnahme der Strecke gekämpft. Clemens Russell von der Initiative nannte es einen Erfolg. dass die Streckenstilllegung verhindert wurde und dass es ein Mehr an Busleistungen geben werde. Auch die angepeilte engere Verzahnung der Bahn- und Busangebote sei ein richtiger Weg. Allerdings hätte "pro Schiene" sich natürlich gewünscht, dass die Züge wieder nach Malchow durchfahren.

Weitere Informationen

Stillgelegte Bahnstrecken sollen reaktiviert werden

20.05.2019 15:00 Uhr

Verkehrsverbände schlagen vor, stillgelegte Bahnstrecken zu reaktivieren. Betroffen wären etwa 3.000 Kilometer bundesweit - davon rund 230 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern. mehr

Pegel erteilt Reaktivierung der Südbahn eine Absage

12.04.2019 16:00 Uhr

Auf der Südbahn zwischen Parchim und Malchow werden regulär keine Züge mehr fahren. Die Kosten dafür seien zu hoch, so der Verkehrsminister. Der Betreiber will die Trasse komplett stilllegen. mehr

Bahnpolitik in MV bleibt Streitthema

06.02.2019 16:10 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern bleibt der öffentliche Personennahverkehr Dauerstreitthema. Zorn und Frust über die Bahnpolitik des Verkehrsministeriums wollen nicht verrauchen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.11.2019 | 05:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:30
Nordmagazin
03:14
Nordmagazin
04:01
Nordmagazin