Stand: 13.04.2019 12:54 Uhr

Gentechnisch verunreinigter Raps ausgebracht

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Auf zwei Feldern im Landkreis Rostock war der Raps ausgebracht worden. (Archivbild)

Auf zwei Feldern im Landkreis Rostock ist im vergangenen Herbst gentechnisch verunreinigter Raps ausgebracht worden. Laut Landwirtschaftsministerium handelt es sich um eine 1.800 Quadratmeter große Fläche mit 90 Parzellen. Ein Versuchsanbau, wie es heißt, mit Saatgut aus Frankreich. BUND-Agrarexperte Burkhard Rohloff spricht von einem Skandal. Das Land hätte darüber informieren müssen.

Backhaus: Kein Schaden entstanden

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) relativierte gegenüber NDR 1 Radio MV den Vorfall. Man sei dem Fall sofort nachgegangen. Nach derzeitigem Stand sei weder für die Natur, noch für den Menschen ein Schaden entstanden. Backhaus lässt die genauen Vorgänge derzeit prüfen. Es sei zu klären, wie trotz des bestehenden Anbauverbots der Gen-Raps an allen Kontrollgremien vorbei in den Boden gelangen konnte.

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Neue Gentechniken: Segen oder Risiko?

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Betroffene Pflanzen bereits im März vernichtet

Die Pflanzen wurden zwischenzeitlich vernichtet. Ende März, noch vor der Blüte, war alles weg. Gentechnik-Gegner beruhigt das nicht. Pflanzen mit einem Gentechnik-Konstrukt überleben nach ihrer Aussage selbst Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat. Rapskörner im Boden seien zudem mehr als 20 Jahre lang keimfähig, heißt es weiter. Was die Gegner zudem ärgert ist, dass die Versuche nicht öffentlich gemacht wurden. Das Land sei verpflichtet, entsprechende Projekte im Gentechnik-Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz einzutragen. Das sei gerade für Ökobauern und Imker wichtig, die darauf zurückgreifen.

Bauernverbandspräsident verärgert

Bauernverbandspräsident Detlef Kurreck forderte dazu auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ihn ärgert außerdem, dass die Landwirtschaft allgemein mit diesem Vorfall einmal mehr in die öffentliche Kritik geraten ist. Tatsachen zu verschweigen sei grundsätzlich der falsche Weg, so Kurreck. Über die genauen Zusammenhänge in diesem Fall soll nach Abschluss der Untersuchungen informiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Mittagsschau kompakt | 13.04.2019 | 13:00 Uhr

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