Landrat Stefan Kerth im Gespräch über die Impf-Vorwürfe gegen ihn.

Geimpfter Landrat spricht von "Datenpanne"

Stand: 26.02.2021 10:15 Uhr

Nach der frühzeitigen Impfung von Verwaltungsmitarbeitenden im Landkreis Vorpommern-Rügen hat Landrat Stefan Kerth Fehler eingeräumt. Es handele sich um eine Datenpanne.

Kerth räumte allerdings auch ein weiteres Versäumnis ein: So habe es zum Start des Impfzentrums keine Listen mit Ersatzpersonen gegeben für den Fall, dass Impfstoffreste übrig bleiben.

Probleme bei der Datenübertragung als Grund

Hinzugekommen seien Probleme bei der Datenübertragung. Deshalb hätten die Impfungen nicht wie geplant über die zentrale Terminvergabestelle gebucht werden können, so Kerth. Weil Impfdosen übrig geblieben seien und zu verfallen drohten, seien kurzfristig verfügbare Personen zum Impfen gebeten worden. Darunter Notärzte, Notfallsanitäter und Mitarbeitende der Bundeswehr, die in Alten- und Pflegeheimen unterstützen. Zum Ende der ersten Woche hätten auch Verwaltungsmitarbeitende Impfungen erhalten. Dies sei die absolute Ausnahme gewesen.

Auch Kerth erhielt Impfung

Auch Kerth hatte eine Impfung erhalten. Nach eigenen Angaben war er zur Eröffnung vor Ort gewesen. Nach Angaben des Landkreises waren zu Dienstschluss des Zentrums noch vier aufgezogene Spritzen vorhanden, die man hätte wegwerfen müssen, weil Impfberechtigte nicht erschienen waren.

Keine weiteren Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft Stralsund erklärte am Donnerstag, keine Ermittlungen vorzunehmen. Maßgeblich für diese Entscheidung sei gewesen, dass kurz vor Schluss des ersten Betriebstags des Impfzentrums, keine Personen der ersten Priorisierungsgruppe anwesend waren oder kurzfristig erreicht werden konnten. Kerth erklärte nun, dass es mittlerweile Prioritätenlisten für die Vergabe von Restdosen gebe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 26.02.2021 | 07:00 Uhr

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