Schild mit der Aufschrift "Geflügelpest Sperrbezirk"

Geflügelpest: Schon 300.000 tote Tiere in MV

Stand: 04.04.2021 13:43 Uhr

Im Zuge der Geflügelpest mussten in den vergangenen Monaten in Mecklenburg-Vorpommern rund 300.000 Tiere sterben - so viele wie bei keiner der Geflügelpest-Seuchen der vergangenen Jahre. Das Agrarministerium rechnet erst nach Ende des Vogelzugs mit Entspannung.

Die Geflügelpest grassiert nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums insbesondere im Winterhalbjahr von Ende Oktober bis in den April hinein und steht somit im engen zeitlichen Zusammenhang mit dem Vogelzug. Seit Ende Februar sei die Zahl der Geflügelpestfälle bei Wildvögeln erneut angestiegen, überwiegend Schwäne und Gänse seien derzeit von Todesfällen betroffen. Bisher sind der Seuche im Nordosten mehr als 300.000 Tiere zum Opfer gefallen. Das Ministerium rechnet aufgrund der tendenziell eher steigenden Temperaturen mit weniger Ausbrüchen in den kommenden Wochen.

Backhaus mahnt zu hoher Aufmerksamkeit

"Eine wirkliche Entspannung der Lage können wir erst mit dem Ende des Vogelzuges erwarten. Bis zur Entwarnung bitte ich daher alle Halterinnen und Halter von Geflügel, egal ob Betrieb oder Hausbestand, weiterhin um hohe Aufmerksamkeit und Vorsicht", sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD). Zuletzt hatte es einen Putenmastbetrieb in Moltenow nordöstlich von Neukloster getroffen - allein dort mussten alle 31.000 Tiere getötet und entsorgt werden. Zuvor waren bereits Betriebe in Blankensee im Kreis Mecklenburgische Seenplatte und in Neubukow im Kreis Rostock betroffen.

Thomas Naedler  Foto: Jörn Lehmann
AUDIO: Podcast: Vogelgrippe in Vorpommern (39 Min)

Detektivarbeit für Veterinäre

Für die Veterinäre beginnt nach so einem Ausbruch die Detektivarbeit. Ihre Aufgabe: mögliche Verdachtsfälle aufspüren. Besonders im Visier: tote Wild- und Zugvögel. Sie sind Fachleuten zufolge für die Verbreitung des hochansteckenden H5N8-Virus verantwortlich. Die Geflügelpest wird auch Vogelgrippe genannt. Sie ist Experten zufolge für Menschen ungefährlich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.04.2021 | 14:00 Uhr

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