Stand: 18.06.2019 17:31 Uhr

GEW fordert Maßnahmenpaket für Lehrer

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Der Lehrermangel sollte jenseits von Parteipolitik angegangen werden, so der Appell der GEW. (Symbolbild)

Mit 73 Maßnahmen soll der Lehrerberuf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewertet werden - das fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Forderungen reichen von weniger Stunden über eine bessere Vergütung der Grundschullehrer bis hin zu einer Reform des Lehramtsstudiums. 60 bis 80 Millionen Euro veranschlagt die Lehrergewerkschaft allein für die Sofortmaßnahmen, die laut GEW im Doppelhaushalt 2020/2021 eingeplant werden sollten, wie der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Maik Walm, am Dienstag in Schwerin sagte.

Eine Lehrerin mit Schülern.

Lehrer braucht das Land

Nordmagazin -

In den nächsten zehn Jahren scheiden voraussichtlich 80 Prozent der Lehrer aus dem Dienst. Die Gewerkschaft GEW hat ein Personalentwicklungskonzept mit 74 Forderungen erarbeitet.

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Alle Überstunden sollen bezahlt werden

Zu den geforderten Sofortmaßnahmen gehört laut Walms auch, dass künftig jede geleistete Überstunde bezahlt werden müsse. Bisher hätten Lehrer drei Stunden ohne Ausgleich zu leisten. Das ergebe 30 Wochenstunden für das gleiche Geld statt der regulären 27. Ältere Lehrkräfte müssten von Unterricht entlastet werden, damit sie länger im Beruf bleiben. "In den letzten fünf Jahren sind weniger als zehn Prozent bis zur Regelaltersgrenze geblieben", so Walm.

Tausende neue Lehrer benötigt

Angesichts des Lehrermangels spricht die GEW von einer ernsten Lage. Bis zum Jahr 2030 gingen 80 Prozent der jetzt arbeitenden Lehrkräfte in den Ruhestand. In dem Zeitraum würden 8.700 neue Lehrer benötigt. Schon jetzt muss das Bildungsministerium jedes Jahr Seiteneinsteiger ohne Lehrbefähigung einstellen. Zu Beginn des aktuellen Schuljahres wurden 674 Lehrer neu eingestellt - davon 213 Seiteneinsteiger. Und diese müssten besser als bisher vorbereitet werden, forderte Walm. Sie benötigten ein berufsbegleitendes Referendariat und danach die gleiche Bezahlung wie ihre Kollegen mit dem klassischem Ausbildungsweg.

Thema sollte parteiübergreifend angegangen werden

Walm rief die Landespolitik auf den Lehrermangel und Aufwertung des Lehrerberufs jenseits von Parteipolitik anzugehen. "Wir werden in den nächsten 10 bis 15 Jahren bundesweit um angehende und tätige Lehrkräfte konkurrieren", sagte er. Zugleich würden die Anforderungen an die Pädagogen weiter wachsen. Als Stichworte nannte er Inklusion und Digitalisierung.

Ministerin kündigt Maßnahmen an - ohne Details

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) versicherte, die Gewinnung von Lehrern sei ein zentrales Thema für sie. "Es steht auf meiner politischen Agenda ganz oben." Das Land müsse dafür sorgen, dass der Lehrerberuf in Mecklenburg-Vorpommern attraktiv sei und dass ihn genug junge Menschen ergreifen, damit der Bedarf gedeckt werden könne. "Hierfür werden wir geeignete Schritte gehen", kündigte sie an. Details nannte sie nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.06.2019 | 17:10 Uhr

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