GEW: "Alarmstufe Rot" an den Schulen in MV

Stand: 19.11.2021 12:29 Uhr

Nach dem Landeselternrat spricht nun auch die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von "Alarmstufe Rot" an den Schulen. Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern hätten bereits jetzt ihre Belastungsgrenze erreicht.

Die Situation in den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern verschärft sich. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) und das Bildungsministerium am Donnerstag mitteilten, sind momentan 327 Schülerinnen und Schüler und 19 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen mit dem Corona-Virus infiziert. Weit mehr Schüler müssen aber bereits wieder zu Hause unterrichtet werden, weil sie als Infizierte oder enge Kontaktpersonen unter Quarantäne stehen. Aus allgemeinbildenden Schulen betrifft das knapp 1.400 Kinder und Jugendliche - aus Berufsschulen wurden 34 Schülerinnen und Schüler gemeldet.

"Lehrkräfte müssen sich dreiteilen"

Im Gegensatz zur Gesamtschülerschaft sei dies zwar ein relativ geringer Prozentsatz, weil sich viele Fälle aber auch vereinzelt über Klassen oder Jahrgangsstufen verteilen, fällt es vielen Schulen schwer, diesen Schülern zuhause vernünftigen Distanzunterricht zu ermöglichen. Manche Lehrer müssten sich im Moment dreiteilen, um alle ihre Schüler zu erreichen, beschreibt Frank Engel. Er ist Mathe- und Physik-Lehrer am Gymnasium in Grimmen. "Wir müssen im Prinzip pro Stunde dreigleisig arbeiten - ein Teil ist zuhause, ein Teil ist in der Schule in Quarantäne, ein Teil normal - und ich als Lehrer habe eine Stunde, muss aber drei Stunden unterrichten." Die Bedingungen, die Engels Einschätzung nach derzeit an Schulen herrschen, seien "so, dass wir unsere Lehrer verheizen", so Engel.

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Gewerkschaften: Hoher Krankenstand bei Lehrkräften

Bereits seit einigen Wochen berichten Gewerkschaften und Verbände von einem hohen Krankenstand unter Lehrkräften, auch durch die üblichen Virus-Erkrankungen der Saison. Und genauso lange seien die Lehrer, "die noch an Bord sind, nun ernsthaft an ihrer Belastungsgrenze", hießt es.

GEW und Landeselternrat für Luftfilter an Schulen

Auch im dritten Corona-Schuljahr gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nicht flächendeckend Luftfilter an Schulen. Die GEW hat das Land nun aufgefordert, jetzt kurzfristig 2.000 Geräte anzuschaffen und zu verteilen, damit Schulen in stark frequentierten oder kleinen Räumen das Infektions-Risiko senken können. In einer Presseerklärung im Anschluss an den Bund-Ländergipfel am Donnerstag hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betont, es habe "nicht am Geld gelegen", dass Luftfilter nicht flächendeckend eingeführt worden seien. Es fehle vielmehr die wissenschaftliche Empfehlung, so Schwesig.

Engmaschiger Testen statt Luftfilter

Ein zweiter Vorschlag der Gewerkschaften, an den Schulen engmaschiger zu testen, trifft demnach auf mehr Gehör. Gefordert werden drei, statt wie bisher üblich zwei Tests pro Schüler und Woche. Nach Angaben von Schwesig müsse das Bildungsministerium darüber nun mit Wissenschaftlern beraten. Bildungsministerin Simone Oldenburg (Die Linke) hatte zuvor allerdings, nach wenigen Tagen im Amt, eingeschätzt, die Schulen seien gut für die kommenden Monate gerüstet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 19.11.2021 | 12:00 Uhr

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