Stand: 08.05.2019 17:44 Uhr

Fusion-Veranstalter hoffen auf Einigung

Trotz des Streits um die Genehmigung des Fusion-Festivals in Lärz wollen die Veranstalter das Festival wie geplant vom 26. Juni bis 30. Juni stattfinden lassen. "Wir hoffen auf eine Einigung", sagte Martin Eulenhaupt für den Veranstalter Kulturkosmos am Mittwoch in Berlin. Es könne aber sein, dass die Auseinandersetzung auf juristischer Ebene fortgesetzt werde. Bereits am Dienstag hatten Vertreter von Behörden und der Polizei grundsätzliche Kompromissbereitschaft signalisiert, zugleich aber an der Erfüllung ihrer Forderungen zum Sicherheitskonzept festgehalten.

Zentraler Streitpunkt: "Anlasslose Bestreifung"

Zentraler Streitpunkt bleibt die Forderung der Polizei nach einer Polizeiwache auf dem Gelände sowie die "anlasslose Bestreifung". Der Verein sei bei der Erstellung des Sicherheitskonzeptes von dieser Forderung überrascht worden, so Eulenhaupt. Bislang habe die Kommunikation mit Polizei und Behörden auf Augenhöhe stattgefunden, die Polizei habe stets für einen reibungslosen An- und Abreiseverkehr gesorgt. Eulenhaupt betonte, dass die Polizei in den vergangenen Jahren immer die Möglichkeit gehabt habe, auf das Gelände zu gelangen, wenn sie gerufen wurde. "Die Polizei muss abrüsten und ihre Pläne zurücknehmen."

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Veranstalter lehnen anlasslosen Polizeizugang ab

Die Veranstalter unterstrichen die Bereitschaft des Vereins, eine Polizeiwache auf der Landebahn des ehemaligen Flugplatzes einzurichten, damit die Polizei im Falle des Falles schnell erreichbar sei. Ein anlassbezogener Zugang zum Gelände sei ebenfalls nicht das Problem. Eine anlasslose Überwachung der Festivalgäste ohne konkrete Begründung halte man jedoch für rechtswidrig und angesichts der niedrigen Zahlen von Straftaten in der Geschichte des Festivals für unverhältnismäßig.

Freiraum für Kunst und freie Entfaltung

Laut den Veranstaltern geht es um mehr als das Festival. Die Fusion sei Synonym für freie Entfaltung der Kunst und biete Freiräume. Eine gleichlautende Petition haben in den vergangenen Tagen bis Mittwochnachmittag fast 95.000 Menschen, Gruppen und Organisationen unterzeichnet und ihre Solidarität bekundet. Die Fusion sei ein geschützter Raum, in der künstlerische Freiheit und freie Entfaltung ohne permanente Polizeikontrolle möglich sein solle, hieß es.

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Mirower Bürgermeister für Erhalt des Festivals

Auch Henry Tesch (CDU), Bürgermeister der Stadt Mirow und ehemaliger Bildungsminister Mecklenburg-Vorpommerns, sprach sich für den Erhalt des alternativen Festivals in der Mecklenburgischen Seenplatte aus. Jedes Jahr kämen 70.000 Gäste und niemand fühle sich bedroht. Tesch verwies auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltung. Mirow erziele allein am Festivalwochenende Steuereinnahmen in Höhe von 45.000 Euro. Er habe "die Nase voll von durchreisenden Entscheidungsträgern, die vom Schreibtisch aus sagen wollen, was richtig ist", so Tesch. Damit meinte er offensichtlich den Polizeipräsidenten von Neubrandenburg, Nils Hoffmann-Ritterbusch, der das Gelände einzig per Polizeihubschrauber in Augenschein genommen hatte, wie es auf der Pressekonferenz hieß. Tesch sagte, dass Kultur und Strukturen auf diese Weise kaputt gemacht würden. "Diese Diskussion hat der Polizeipräsident zu verantworten. Das ist nichts, was die Region will."

Veranstalter wollen schlüssiges Sicherheitskonzept vorlegen

Ein juristischer Vertreter des Kulturkosmos-Vereins erklärte, dass ein schlüssiges Sicherheitskonzept vorgelegt werde. Polizei und Landkreis wollen am kommenden Montag noch einmal mit den Veranstaltern ins Gespräch kommen. Nach dem 16. Mai soll dann eine Entscheidung getroffen werden.

Die Polizei hatte argumentiert, es gebe konkrete Hinweise darauf, dass "gefährliche Personen" auf das Festival gelangen wollten. Man sei nicht handlungsfähig, wenn man im Problemfall erst vor der Schranke stehen und etwas absprechen müsse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.05.2019 | 17:00 Uhr

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