Stand: 21.08.2019 18:19 Uhr

Funkmasten-Programm in MV verzögert sich

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Bild vergrößern
Funklöcher werden die Menschen in MV noch länger verärgern. (Archivbild)

Kein schnelles Ende der Funklöcher in Mecklenburg-Vorpommern: Das von der rot-schwarzen Landesregierung angekündigte sogenannte Funkmasten-Programm für besseren Handy-Empfang verzögert sich. Frühestens im kommenden Jahr könnten Projekte aus einem 50-Millionen-Euro-Topf gefördert werden, erklärte Digitalisierungsminister Christian Pegel (SPD) am Mittwoch.

Pegel sieht Schuld bei der EU

Mit einem eigenen Landesprogramm wollte Pegel - auch auf Druck des Koalitionspartners CDU - den Handy-Empfang vor allem auf dem flachen Land verbessern. Mobiles Telefonieren und Surfen ist in vielen Teilen des Landes unmöglich, weil das Netz der Funkmasten zu löchrig ist. Pegel schiebt der EU die Schuld für die Verzögerung zu, die prüfe das Förderprogramm noch immer. Sein Ministerium räumt aber ein, dass das Programm auch regierungsintern noch abgestimmt werden müsse. Der Landtag hatte das Sonder-Programm im April beschlossen, es soll beispielsweise Gemeinden unterstützen, wenn die eigene Anlagen aufstellen.

Minister verweist auf Gewinn-Aktion der Telekom

Quasi als Ersatz verweist Pegel auf eine neue Aktion der Telekom. Gemeinden könnten sich dort für Funkstationen bewerben, deutschlandweit vergebe das Unternehmen 50 Anlagen. Er könne die Kommunen nur ermuntern, bei der Aktion mitzumachen, so Pegel: "Ich drücke jedem Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern die Daumen", lässt sich Pegel in einer Pressemitteilung seines Ministeriums zitieren.

Kritik von der CDU

Bei der CDU-Fraktion im Landtag kommen die ministeriellen Mit-Mach-Tipps nicht gut an: Ihr Wirtschaftsexperte Wolfgang Waldmüller meint, nach den üblichen deutschlandweiten Verteilschlüssel springe da für Mecklenburg-Vorpommern gerade mal ein Mast heraus. Das sei kein "substanzieller Beitrag", so Waldmüller. Pegel sollte besser keine "PR-Gags von Mobilfunkanbietern" streuen.

Pegel zu mehr eigenen Anstrengungen aufgefordert

Waldmüller verlangt vom Minister mehr eigene Anstrengungen im Kampf gegen Funklöcher. Zum Beispiel könne die Landesbauordnung verändert werden, um die Hürde für den Bau von Funkmasten zu senken. Die Links-Opposition spricht von einem "Trauerspiel", die Abgeordnete Eva-Maria Kröger findet die Digitalisierungspolitik der Landesregierung "plan-, hilf- und erfolglos".

Weitere Informationen

Funkloch-App: CDU-Fraktion zieht erste Bilanz

28.01.2019 16:30 Uhr

Fünf Wochen nach Start ihrer Funkloch-App sind nach Angaben der CDU-Landtagsfraktion bereits 10.000 Funklöcher gemeldet worden. Neuralgische Punkte sollen mit einem Messwagen abgefahren werden. mehr

Telefonanbieter wollen LTE-Netz in MV ausbauen

31.05.2019 17:00 Uhr

Handynutzer im Nordosten können mit einer besseren Netzabdeckung rechnen. Vodafone kündigte an, 70 neue Stationen zu bauen und vorhandene Masten auf LTE-Standard aufzurüsten. mehr

Kostenloses WLAN: Landesweit 234 neue Hotspots

17.07.2019 16:40 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung will 234 Standorte im ganzen Land mit kostenlosem Internet per WLAN ausstatten. Dafür wurden touristisch relevante Stellen im Binnenland ausgewählt. mehr

MV.digital - erste Fachkonferenz in MV

10.05.2019 17:40 Uhr

Auf der Konferenz "MV.digital" haben in Greifswald Unternehmer und Branchenexperten über digitale Geschäftspräsenzen, Onlinemarketing und die Digitalisierung diskutiert. mehr

Internetkonzerne erschweren Glasfaserausbau

15.07.2019 08:00 Uhr

Wenn kleinere kommunale Breitbandzweckverbände Glasfaser-Internet verlegen wollen, starten große Anbieter geballte Werbemaßnahmen. So kann sich der Breitbandausbau verzögern. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.08.2019 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:31
Nordmagazin