Stand: 18.09.2019 11:57 Uhr

Freie Wähler: MVs Vize-Parteichef zurückgetreten

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Bernhard Wildt (r.) und Gustav Graf von Westarp (l.) waren sich zuletzt auch uneins über den Kurs der Fraktion. (Archivbild)

Die Freien Wähler in Mecklenburg-Vorpommern stehen vor einer Zerreiß-Probe. Der Vize-Parteichef Bernhard Wildt ist überraschend von seinem Posten zurückgetreten. Als Grund gibt der 52-Jährige Differenzen mit dem Chef des Landesverbandes, Gustav Graf von Westarp an. Beide gelten seit einiger Zeit als Widersacher, sind in wichtigen Politikfragen unterschiedlicher Meinung und haben sich jetzt offenbar überworfen. Der Rücktritt dürfte bestimmendes Thema beim geplanten Parteitag Ende des Monats in Rostock sein.

Grund: Aussage Westarps zu Schwesigs Krebserkrankung

Er wolle mit dem "konsequenten Schritt seine Distanz zum Landesvorsitzenden deutlich machen", erklärte Wildt in einer Pressemitteilung. Das Fass zum Überlaufen gebracht habe von Westarps Äußerung zur Krebserkrankung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), sagte Wildt im Gespräch mit dem NDR. Von Westarp hatte Schwesig in der vergangenen Woche aufgefordert, ihr Regierungsamt für die Dauer ihrer Erkrankung an ihren Stellvertreter abzugeben, die Lage des Landes erlaube keinen Einsatz mit nur halber Kraft.

Schon länger Differenzen über den Kurs der Fraktion

Wildt ging diese Forderung zu weit und er fand sie auch "unverschämt". Von Westarp habe die Mitteilung trotz vieler Aufforderungen aus der Partei aber nicht zurückgezogen, kritisierte Wildt. "Mit so etwas möchte ich nicht in einen Topf geworfen werden." Wildt führt seit November 2018 die vierköpfige Landtagsfraktion der Freien Wähler, eine Abspaltung der AfD. Als Fraktionschef im Landtag hat Wildt mehr Aufmerksamkeit als der Parteivorsitzende von Westarp. Beide sind sich zuletzt auch uneins über den Kurs der Fraktion gewesen. Wildt hatte sich eine Einmischung in die Fraktionsarbeit verbeten. Von Westarp sagte im Gespräch mit dem NDR, er wolle schon wissen, welche Anträge die Fraktion stelle und ob das mit der Partei-Sicht vereinbar sei. Der 71-jährige räumte ein, dass es zwischen ihnen eine "unterschiedliche Auffassung über die Frage, wie man Politik macht, gibt".

Neuwahl des Parteivorstands bei Parteitag in Rostock

Wildts Rücktritt kommt nur gut eine Woche vor dem Parteitag der Freien Wähler in Rostock. Dort steht auch eine Neuwahl des Parteivorstands an. Wildt sagte, er wolle dort nicht als Parteichef antreten. Das Zerwürfnis an der Spitze könnte den Plan, bei der Landtagswahl 2021 aus eigener Kraft den Einzug ins Parlament zu schaffen, massiv torpedieren. Aufwind hatten die Freien Wähler zuletzt durch das Ergebnis in Brandenburg erfahren, bei der Landtagswahl schafften sie den Einzug ins Landesparlament. In Bayern regieren die Freien Wähler an der Seite der CSU sogar mit. In Mecklenburg-Vorpommern erzielte die Partei durch die erfolgreiche Kampagne gegen die Straßenausbau-Beiträge einen Achtungs-Erfolg, die Gebühr wurde von der rot-schwarzen Koalition gekippt. Die Freien Wähler haben im Nordosten nur wenig Mitglieder, es sollen etwas mehr als 50 sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.09.2019 | 13:00 Uhr

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