Stand: 25.11.2017 11:44 Uhr

Frauen setzen Zeichen gegen Gewalt

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Die Zahl der Hilfe suchenden Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt ist in den vergangenen Jahren im Nordosten gestiegen. (Archivbild)

Rund 4.000 Opfer von Gewalt in den eigenen vier Wänden haben 2016 in Mecklenburg-Vorpommerns Frauenhäusern und anderen Hilfseinrichtungen Schutz gesucht. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um etwas mehr als zehn Prozent. Am Sonnabend, dem, internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, wurden Schläge, Missbrauch und Unterdrückung öffentlich angeprangert. In Rostock haben Frauenorganisationen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt.

Frauen nehmen mehr Beratung in Anspruch

Schon in den vergangenen Tagen gab es an vielen Orten im Nordosten Aktionen von Betroffenen und Hilfsorganisationen. So schlug in Rostock die Trommelgruppe des Frauenhauses auf dem Doberaner Platz, einem zentralen Umsteigeplatz für Bus- und Straßenbahnnutzer, lautstark Alarm. Passanten zündeten Kerzen an - eine für jede Frau, die zu Hause bedroht oder misshandelt wurde und sich damit an eine Hilfsorganisation wandte. Wie im ganzen Land gibt es auch in der Rostocker Statistik einen deutlichen Anstieg der gezählten Opfer. "Das bedeutet allerdings nicht, dass mehr Gewalt im Spiel ist, sondern dass die Frauen sich öffnen, mehr Beratung in Anspruch nehmen", sagte Brigitte Thielk, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt.

Es hat sich etwas geändert

Es habe sich herumgesprochen, dass es etliche Möglichkeiten gibt, Hilfe zu bekommen. Nachdem das Land zwölf Jahre lang die Personalkostenzuschüsse für Frauenhäuser und Beratungsstellen eingefroren hatte, beschloss der Finanzausschuss in der vergangenen Woche, dies künftig zu ändern. Auch die Polizei arbeitet heutzutage anders als noch vor Jahren. "Sie wurden gerufen und kamen früher mit Blaulicht an. Dann haben sie bisschen an der Tür gelauscht und sind wieder losgefahren. Das gibt es heute nicht mehr", so Thielk. Heute werde bei Verdacht genauer hingesehen. "Wenn Gewalt ersichtlich ist - auch wenn die Frau sich nicht traut, was zu sagen - können sie den Täter mitnehmen und die Frau erhält eine Beratung."

Mehr Prävention nötig

Dennoch ist Giesela Best von der Landeskoordinierungsstelle Cora überzeugt, dass das Hilfsnetz nur ein "Tropfen auf einen heißen Stein" ist: "Wir bearbeiten die Fälle ein bisschen wie die Feuerwehr oder im Krankenhaus die Notaufnahme." Was fehle sind Beratungsstellen in den großen Landkreisen. So gebe es lediglich eine Fachberatungsstelle mit einer Personalstelle für den gesamten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Um langfristig etwas zu bewegen, müsste Mecklenburg-Vorpommern nicht nur in die Beratungsstellen, sondern auch in Prävention viel stärker investieren, hieß es.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.11.2017 | 12:00 Uhr

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