Der Fotograf Klaus Ender in seiner Ausstellung in Stralsund. © dpa-Zentralbild Foto: Stefan Sauer

Fotograf Klaus Ender auf Rügen gestorben

Stand: 20.03.2021 08:13 Uhr

Seine ersten Modelle fand er am FKK-Strand, später faszinierte ihn vor allem die Natur. Nun ist der Akt- und Landschaftsfotograf Klaus Ender gestorben.

Der Akt- und Landschaftsfotograf Klaus Ender ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte seine Ehefrau Gabriela am Freitagabend mit. Ender lebte seit 1962 in Bergen auf der Insel Rügen. Ein breites Publikum fanden seine Fotos unter anderem in den DDR-Zeitschriften "Eulenspiegel" und "Das Magazin". Ender konnte seit dem vergangenen Jahr nicht mehr fotografieren und seine Arbeiten nicht mehr betrachten. "Er hatte leider Gottes einen Augeninfarkt, der zur Erblindung führte", sagte die Witwe. 

100.000 Besucher bei Wanderausstellung

Auf dem linken Auge hatte Ender schon als junger Mann keine Sehkraft. Daher konnte er den Beruf Fotograf nicht erlernen und arbeitete freiberuflich. 1962 kam Ender auf die Insel Rügen, um dort als Bäcker in der Saison zu arbeiten. Dort fand der Autodidakt seine Modelle am FKK-Strand. 1975 war er einer der Initiatoren der ersten und größten Aktausstellung in der DDR. Die Wanderausstellung "Akt und Landschaft" zählte mehr als 100.000 Besucher. Er verfasste zudem Aphorismen und Gedichte, schrieb Bücher, publizierte zahlreiche Fachaufsätze, Kalender und Kunstpostkarten.

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Der Buchautor und Fotograf Klaus Ender auf seiner Terrasse © NDR Foto: Juliane Voigt

Klaus Ender und die Fotografien seines Lebens

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Vom Akt zur Natur

Der Aktfotografie hatte Ender in den vergangenen Jahren weitgehend den Rücken gekehrt. "Es zählt nur noch die Provokation, das Coole und Geile", sagte er kurz vor seinem 70. Geburtstag. Es mache ihn traurig, dass Ethik und Moral immer stärker an Wert verlören. In den Mittelpunkt seines fotografischen Schaffens sei stattdessen die Natur gerückt: eine aufbrechende Hagebutte, eine sonnendurchflutete Mohnblüte. "Im Kleinen liegt das wahre Große", benannte Ender einen seiner Lebensgrundsätze.

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 20.03.2021 | 19:30 Uhr

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