Stand: 24.08.2019 10:25 Uhr

"Forstrock": Lautstark gegen Rechtsextremismus

von Theresa Hebert, NDR 1 Radio MV

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Samy Deluxe berichtete auf der Bühne, wie er selbst Rassismus erlebt.

In Jamel in der Nähe von Wismar hat am Freitag zum 13. Mal das zweitägige Festival "Jamel rockt den Förster" begonnen. Bereits am Nachmittag trafen die meisten der 1.200 Festivalbesucher in dem beschaulichen Dorf ein. Treffpunkt ist auch in diesem Jahr der Forsthof des Ehepaars Birgit und Horst Lohmeyer. Sie wohnen seit gut 15 Jahren in dem Ort, wo überwiegend Rechtsextreme leben. Um dem entgegenzuwirken, kamen auch am Freitag Stars der nationalen und internationalen Musikszene, um ein Zeichen für Demokratie und Toleranz zu setzen.

Von Elektro über Rap zu Rock

Nach der Berliner Elektro-Band Grossstadtgeflüster übernahm um kurz nach 20 Uhr der deutsche Rapper Max Herre die Bühne. Der 46-Jährige hatte aber nicht nur seinen Track "Esperanto" aus seiner Zeit mit der Band Freundeskreis im Gepäck, er brachte auch gleich weitere Rapper wie Megaloh mit. Im Anschluss stürmte die Rockband Donots die Festivalbühne.

Feiernde Menschen vor einer Bühne.

Festival gegen rechts: "Jamel rockt den Förster"

Nordmagazin -

Max Herre, Sammy Deluxe und MIA - mit dem Festival "Jamel rockt den Förster" setzen prominente Musiker gemeinsam mit den Besuchern ein Zeichen für Demokratie und Toleranz.

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Samy Deluxe: Gefährliche Zone zwischen den Großstädten

Schlussact des Abends war der Rapper Samy Deluxe, der um kurz vor 23 Uhr die Bühne betrat. "Ich sehe so viel Liebe und glückliche Menschen hier", sagte der Hamburger mit sudanesischen Wurzeln. Sehr oft fahre er die Strecke zwischen den Millionenstädten Hamburg und Berlin, wo Multikulti jeden Tag gelebt werde und das normal sei. Dazwischen sei aber diese Zone, wo so etwas nicht existiere. Für ihn sei es fast lebensgefährlich, dazwischen auszusteigen, so der 42-Jährige. Das sei unfassbar in der heutigen Zeit.

Schwesig: 365 Tage Flagge zeigen

Auch Schirmherrin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betonte am Abend wie wichtig ein Zeichen gegen Rechts ist: "Wir sagen Horst und Birgit Danke, weil sie nicht nur an diesem wunderbaren Tag, sondern an 365 Tagen im Jahr Flagge zeigen gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Sie sind unsere Vorbilder, solche Leute brauchen wir." DGB-Chef Reiner Hoffmann überreichte den Lohmeyers eine Demokratie-Aktie im Wert von 5.000 Euro. Dahinter steht eine Initiative, die sich seit 2008 für ein demokratisches, freiheitliches und weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern stark macht.

Vom Sommerfest zum kulturpolitischen Projekt

"Jamel rockt den Förster" wird seit bereits 13 Jahren von den Lohmeyers organisiert. Was einst als ein Sommerfest für Freunde und Verwandte begann, ist heute ein kulturpolitisches Projekt für Demokratie und Toleranz - und jedes Jahr hochkarätig besetzt. Wer kommt, bleibt jedoch bis zum Auftritt der Musiker und Musikerinnen geheim. Im vergangenen Jahr standen Herbert Grönemeyer, Bosse, Kettcar und die Rapper Marteria und Casper auf der Bühne. In den Vorjahren wurde das Publikum von Bands wie den Toten Hosen, den Ärzten, Fettes Brot und Alphaville überrascht. Die Festivaltickets waren wie in den vergangenen Jahren bereits nach wenigen Stunden ausverkauft.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.08.2019 | 08:00 Uhr

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