Stand: 11.08.2020 15:09 Uhr

Forschung am Dummerstorfer Leibniz-Institut gesichert

von Jürn-Jakob Gericke

Dummerstorf: Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN). © NDR Foto: NDR
Am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf wird weiter geforscht

Noch dieses Jahr könnte die Entscheidung fallen, dass das Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf (FBN) künftig nicht mehr Teil der Leibniz-Gemeinschaft sein wird. Deren Senat hatte das empfohlen. Aber auch wenn es so kommt, ist die Forschung in Dummerstorf bei Rostock gesichert. Das sagte der Vorstand des Instituts, Klaus Wimmers, dem NDR Nordmagazin. Die Förderungen von Bund und Land, die den Löwenanteil des Budgets ausmachen, würden demnach weiter zusammenkommen. Das habe die Politik laut Wimmers zugesagt.

VIDEO: Kampf um Leibniz-Titel in Dummerstorf (3 Min)

Rückendeckung aus Landes- und Bundespolitik

Tatsächlich ist die politische Unterstützung für das Dummerstorfer Institut groß. Agrarminister Till Backhaus (SPD) hatte bereits im November 2019 versprochen, alles zu tun, damit der Standort erhalten bleibt. Sein Staatssekretär Jürgen Buchwald hat das nun vor Ort bestätigt. Neben Minister Backhaus setzen sich demnach auch Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) und Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) für das Institut ein. Wie sich eine zukünftige Finanzierung der Forschung in Dummerstorf ohne Leibniz-Titel zusammensetzen könnte, ist laut Buchwald noch nicht geklärt. Erst werde die Entscheidung abgewartet. Aber egal wie diese aussehe, die Mittel für die kommenden drei Jahre seien bereits festgeschrieben.

Dem Institut wird eine hohe Qualität bescheinigt

Das Agrarministerium lobt die Leistungen des FBN und seiner Mitarbeitenden. Sie hätten sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Wie Staatssekretär Buchwald sagte, sei das allein an der Qualität und Anzahl der Veröffentlichungen gut zu erkennen. Das Institut arbeite an sehr relevanten Fragen, denn für das Ernährungsproblem der Welt spiele die Nutztierhaltung eine entscheidende Rolle. In Dummerstorf werde daran geforscht, diese effizienter, umweltfreundlicher und mit mehr Tierwohl zu gestalten.

 Institut will Außenwirkung weiter verbessen

Auch am FBN selbst ist das Unverständnis über die Empfehlung des Senats des Leibniz-Gemeinschaft noch groß. Seit 2015 sei das Forschungsprogramm geschärft worden, das Institut habe seine Reputation in der wissenschaftlichen Community seitdem deutlich verbessert, berichtet der Vorstand Klaus Wimmers. Das FBN wolle künftig besser deutlich machen, wie relevant die eigene Forschung für praktische Anwendungen sei. Durch eine Vergrößerung der Experimentanlage Schwein sei es in Dummerstorf nun auch möglich, ökologische Haltungsbedingungen zu erforschen und mit konventionellen zu vergleichen.

Entscheidung über Leibniz-Titel fällt im Herbst

Im November 2019 hatte der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfohlen, die Förderung des Instituts für Nutztierbiologie in Dummerstorf zu beenden. Zwar wurden dem FBN sehr gute wissenschaftliche Leistungen bescheinigt. Der Senat kritisierte aber die Personalpolitik, den Rückgang von Promotionen und dass ein Konzept fehle, um die notwendige Dynamik für wissenschaftlich innovative Ergebnisse zu erzeugen. Über den Leibniz-Status des Dummerstorfer Instituts entscheidet die Gemeinsame Wirtschaftskonferenz (GWK). Ihre Abstimmung wird im Herbst erwartet. Sollte entschieden werden, dass das FBN seinen Leibniz-Titel verliert, haben die Dummerstorfer Forscher schon angekündigt, dass sie sich erneut für einen Platz in der renommierten Gemeinschaft bewerben werden.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.08.2020 | 19:30 Uhr

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