Das Forschungsschiff des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung "Elisabeth Mann Borgese" fährt in den Hafen der Stadt Sassnitz. © dpa Foto: Stefan Sauer

Forscher untersuchen Auswirkungen von Grundschleppnetzen

Stand: 02.06.2021 13:37 Uhr

Wie wirkt sich der Einsatz von Grundschleppnetzen auf die Böden der Ostsee aus? Um diese Frage zu klären, ist eine Expedition zwei Wochen lang auf der Ostsee unterwegs.

In Rostock ist eine zweiwöchige Schiffsexpedition des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) gestartet. Ziel ist es herauszufinden, wie sich die Fischerei mit Grundschleppnetzen auf Meeresschutzgebiete in der Ostsee auswirkt. Die Forschungsfahrt der "Elisabeth Mann Borgese" ist Corona-bedingt in zwei Abschnitte geteilt, da jeweils nur acht statt wie üblich zwölf Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mitfahren können.

Vergleich von Böden in Schutzgebieten und außerhalb

Zunächst soll festgestellt werden, wie es generell um den Meeresgrund steht. Erstmals soll auf das komplette bodennahe Ökosystem geschaut werden: von kleinsten Bakterien bis hin zu Fischen. Dabei werden laut IOW die Schutzgebiete Fehmarnbelt und Oderbank untersucht und mit angrenzenden Gebieten verglichen. "Wir werden ein breites Spektrum an Methoden einsetzen, darunter modernste, hochsensitive Geoakustik, mit deren Hilfe wir selbst kleinste Strukturen erfassen können, sowie geochemische und molekulare Methoden zur Analyse von Wassersäule, Sediment und Bodenlebewesen", sagte Klaus Jürgens, Meeresbiologe am IOW und Koordinator der Mission.

Auswirkungen der Grundschleppnetz-Fischerei bisher kaum untersucht

Welchen Einfluss Grundschleppnetz-Fischerei auf Lebensräume wie beispielsweise Sandbänke, Riffe und Muschelbänke hat, ist bisher kaum erforscht, so die Rostocker Wissenschaftler. "Diese Habitate am Meeresgrund samt ihren Bewohnern übernehmen viele Ökosystemfunktionen, die sowohl für die Ostsee an sich als auch für ihre Nutzung durch den Menschen äußerst wertvoll sind. Sie liefern beispielsweise Nahrung für wichtige Fischbestände oder arbeiten als 'Kläranlage', die dem Wasser überschüssige Nährstoffe, organische Substanzen und Schadstoffe entziehen", erklärt Jürgens. Die Fahrt findet als Pilotmission im Rahmen der Deutschen Allianz Meeresforschung statt. An der Reise nehmen auch Forscher aus Köln, Potsdam, Kiel und Wilhelmshaven teil.

Weitere Informationen
Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde © Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.06.2021 | 09:00 Uhr

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