Stand: 14.08.2020 17:02 Uhr

Fischverarbeitung Waren soll schließen

Industrielle Lachs-Verarbeitung © picture alliance Foto: Yuri Smityuk/TASS/dpa
In der Warener Fischverarbeitung sind rund 120 Menschen beschäftigt. (Themenbild)

Der Hamburger Fischverarbeiter Friedrichs will seinen Standort in Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Ende 2021 oder Anfang 2022 schließen. Damit verlieren rund 120 Angestellte ihren Arbeitsplatz. Für viele in der Firma sei diese Situation existenzbedrohend, sagte die Betriebsratsvorsitzende Petra Linke-Fälchle. Es habe Tränen gegeben, als der Hamburger Inhaber Horst-Otto Gerberding die Schließung verkündet hat. Trotzdem wolle kaum einer der Beschäftigten das Angebot annehmen, künftig in Polen zu arbeiten. Ausschließlich dort will der Hamburger Fischverarbeiter ab 2022 produzieren.

NGG kritisiert Produktionsverlagerung nach Förderung

Keiner wolle noch weniger verdienen und in Waren würde knapp über dem Mindestlohn gezahlt, erklärte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Sie kritisiert, dass das Unternehmen mit Fördermitteln des Landes und der Europäischen Union in Millionenhöhe saniert worden ist und nun seine Produktion nach Polen auslagern will. Es würden Arbeitsplätze für eine Profitmaximierung geopfert. Eine Anwaltskanzlei aus Hamburg soll nun die Interessen der 120 Angestellten gegenüber der Firma vertreten.

Ministerium prüft Rückforderung von Geldern

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) äußerte sich zutiefst enttäuscht und wütend über die Pläne des Managements. Wütend, weil ein moderner Produktionsstandort wegen Lohndumpings aufgegeben werde. Und enttäuscht, weil sein Ministerium die Betriebserweiterung in Waren mit fast 700.000 Euro gefördert hat. Backhaus wird nach eigenen Angaben jetzt prüfen, ob ein Teil des Geldes zurückgeholt werden kann.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.08.2020 | 15:00 Uhr

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