Stand: 10.08.2020 15:00 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Fischer demonstrieren gegen Greenpeace

Von der Beluga II der Umweltorganisation Greenpeace werden Granitfelsen in der Ostsee östlich von Rügen versenkt. © DPA Foto: Stefan Sauer
Von einem Kutter aus versenkte Greenpeace große Steine im Adlergrund, um die Schleppnetzfischerei zu verhindern.

In Sassnitz haben rund 70 Fischer gegen Greenpeace demonstriert. Die Umweltschutzorganisation hatte Anfang des Monats etwa 60 tonnenschwere Steine in die Ostsee gekippt, um so weiteren - aus ihrer Sicht illegalen - Fischfang zu verhindern. Die Fischer fühlten sich zu Unrecht an den Pranger gestellt und wehren sich gegen Vorwürfe, die Fischbestände ohne Rücksicht auszubeuten und den Meeresboden zu zerstören. Greenpeace hatte erklärt, den Adlergrund, ein offizielles Meeresschutzgebiet von 24.000 Hektar Größe östlich von Rügen, vor der Zerstörung durch die Schleppnetzfischerei bewahren zu wollen.

VIDEO: Fischer demonstrieren gegen Greenpeace (3 Min)

Greenpeace lädt zum Runden Tisch

Die Fischer forderten nun, die verklappten Steine wieder zu heben. Dabei gehe es ihnen ums Prinzip, denn heimische Fischer wären dort schon seit zehn Jahren nicht mehr auf Fang gewesen. Norbert Kahlfuß, ehemaliger Verbandsvorsitzender der Kutter und Küstenfischer, sagte, Greenpeace maße sich Rechte an, die nur staatlichen Institutionen zustünden. Vertreter von Greenpeace hatten ihre Teilnahme an der Demonstration abgesagt, die Fischer aber zu einem Runden Tisch eingeladen.

Thema auf der Agrarministerkonferenz

Umweltminister Till Backhaus (SPD) verurteilte die Greenpeace-Aktion und bezeichnete sie als "schlechten PR-Gag". Er kündigte an, das Thema in der Sonderkonferenz der Agrarminister in der kommenden Woche anzusprechen. Laut Backhaus ist seit 1989 die Zahl der Fischereibetriebe in Mecklenburg-Vorpommern um 85 Prozent eingebrochen. Von ehemals 1380 existierten nur noch 220.

VIDEO: Greenpeace: Mit Granitblöcken gegen Überfischung (2 Min)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.08.2020 | 12:00 Uhr

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