Stand: 28.08.2020 11:56 Uhr

Finanzausschuss gibt Geld für MV-Werften frei

Die MV-Werften Stralsund.
Bis zu 570 Millionen Euro schwere Kredite sollen MV-Werften ein Überleben bis Ende April 2021 sichern. (Archivbild)

Der Finanzausschuss des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern gibt grünes Licht für die Freigabe von 28 Millionen Euro zur Rettung der angeschlagenen MV-Werften. Bei der Summe handelt es sich um die letzte Tranche aus einem Sicherheitsfonds von 175 Millionen Euro. Diesen hatte der asiatische Mutterkonzern Genting hinterlegt - das Geld wird wegen Einnahmeausfällen in Folge der Corona-Krise flüssig gemacht und soll spätestens bis kommenden Montag freigegeben werden. Nach dem Land müssen auch die Banken grünes Licht geben. Die Landesregierung hatte die Abgeordneten am Freitagvormittag über den Stand der Verhandlungen mit dem Bund und dem Werften-Mutterkonzern informiert. Der Hongkonger Genting-Konzern braucht das Geld dringend, um die Geschäfte der Werften bis Ende September weiterzuführen, um die Löhne der Arbeiter zu zahlen, die nicht in Kurzarbeit sind.

VIDEO: Finanzausschuss bewilligt Millionen-Hilfe für MV-Werften (3 Min)

Wirtschaftsminister Glawe zeigt sich zuversichtlich

Dass die Banken ebenfalls grünes Licht geben, galt noch zu Wochenbeginn als fraglich, da der Mutter-Konzern Genting wegen akuter Finanzschwierigkeiten seine Zahlungen an die Gläubiger vorübergehend eingestellt hatte. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zeigte sich im Vorfeld zuversichtlich, dass die Hilfe ausgezahlt werde. Ziel bleibe es, die Werften unter den Corona-Rettungsschirm des Bundes zu bringen. 570 Millionen Euro schwere Kredite sollen der Werft ein Überleben bis Ende April 2021 sichern. SPD, CDU und Linke haben sich am Vortag hinter die Rettungsbemühungen gestellt. Die AfD dagegen erklärte, der Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern habe "in dieser Form keine Zukunft mehr."

Details zur stillen Beteiligung erwartet

Im Finanzausschuss wurden auch weitere Details zu einer stillen Beteiligung des Staates an den Werften besprochen. Genting hatte das offenbar zur Absicherung der Kredite angeboten. Wirtschaftsminister Glawe sagte, eine solche Beteiligung des Bundes sei bis 2026 denkbar. Dabei gehe es aber nicht um eine Verstaatlichung und das habe mit einem "VEB Werften" nichts zu tun.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.08.2020 | 12:00 Uhr

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