Ein Beamter mit Spürhund auf einem Feldweg. © NDR.de Foto: Christopher Niemann

Ferdinandshof: Missbrauchsprozess muss neu aufgerollt werden

Stand: 10.06.2021 14:43 Uhr

Nach dem Missbrauch eines sechsjährigen Mädchens wurde ein 18-Jähriger vom Landgericht Neubrandenburg auf unbestimmte Zeit in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Jetzt hat der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil des Landgerichts Neubrandenburg gegen einen 18-Jährigen aus Ferdinandshof (Kreis Vorpommern-Greifswald) aufgehoben. Der Prozess muss noch einmal geführt werden. Nach Ansicht der Bundesrichter haben die Neubrandenburger Kolleginnen und Kollegen nicht schlüssig begründet, warum der Angeklagte in ein psychiatrisches Haftkrankenhaus eingewiesen werden muss. In der Urteilsbegründung seien auch keine stichhaltigen Beweise dafür aufgeführt, dass der Mann für die Allgemeinheit weiterhin gefährlich ist. Zumindest gehe dies nicht aus dem Gutachten eines Psychiaters hervor, den das Landgericht zu Rate gezogen hatte. Der Mann sei nicht vorbestraft gewesen. Der BGH hat allerdings keine Zweifel, dass der Mann das Mädchen missbraucht hat.

Mädchen mit Blumen aus dem Dorf gelockt

Der geistig eingeschränkte Jugendliche hatte im Sommer 2020 in Ferdinandshof einem sechsjährigen Mädchen Blumen geschenkt, es geküsst und auf eine Wiese außerhalb des Dorfes gelockt, wo er sich an ihm sexuell verging. Als das Mädchen sich weigerte, kehrte er mit ihm ins Dorf zurück. Dort wurde er von einem Dorfbewohner aufgegriffen, der sich an der Suche nach dem bereits als vermisst gemeldeten Mädchen beteiligte. Das Landgericht entschied, den Angeklagten auf unbestimmte Zeit in der Psychiatrie unterzubringen. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs könnte am Ende des neuen Prozesses auch eine Jugendgefängnisstrafe für den Jugendlichen stehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 10.06.2021 | 11:00 Uhr

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