Stand: 31.01.2019 16:04 Uhr

Stickoxid-Grenzwerte in MV: Die Luft ist rein

Der Schornstein eines Kreuzfahrtschiffes stößt eine schwaze Abgaswolke aus. © NDR Foto: Screenshot
Kreuzfahrtschiffe gelten wegen der ausgestoßenen Diesel-Abgase ebenfalls als Umweltsünder in Bezug auf die Luftqualität.

Im Gegensatz zur bundesweit erhöhten Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase ist die Luftqualität in Mecklenburg-Vorpommern gut. Das geht aus den Daten des landesweiten Luftmessnetzes Mecklenburg-Vorpommerns hervor, das auf der Interseite des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie einsehbar ist.

Grenzwerte seit 2015 nicht überschritten

Auf der Karte des Landes-Umweltamtes sind die Luftmessstationen in vier Kategorien unterteilt. Unterschieden werden verkehrsnahe, ländliche, vom Schiffsverkehr beeinflusste und Stationen mit städtischem Hintergrund. Am 31. Januar um 10 Uhr morgens lagen demnach nur Neubrandenburg und Stralsund knapp über 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Bei dem giftigen Stickstoffdioxid überschritt nur Rostock kurzzeitig 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Die anderen Stationen lagen knapp darunter. Meinolf Drüeke zufolge, Abteilungsleiter im zuständigen Landesamt, seien die Grenzwerte, die im Jahresmittel berechnet werden, seit 2015 nicht mehr überschritten worden.

Belastung durch Kreuzfahrtschifffahrt

Gerade Kreuzfahrtschiffe gelten in Bezug auf die Abgasemissionen als Umweltsünder. Gegen die Bundesrepublik Deutschland ist vor dem Europäischen Gerichtshof ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen die Reinhaltung der Luft anhängig. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ist davon aber nicht betroffen. Denn auch an der Messstelle Rostock Hohe Düne, die extra eingerichtet wurde, um die Emissonen der Schifffahrt und hier besonders während der Kreuzschifffahrtsaison zu erfassen und auszuwerten, werden die Grenzwerte nicht überschritten, so Drüeke.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 31.01.2019 | 16:10 Uhr

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