Stand: 25.01.2019 14:25 Uhr

Fall Leonie: Bereitschaftsdienst wird geprüft

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Beim Einsatz der des Bereitschaftsdienstes des Jugendamtes fehlte eine zweite Mitarbeiterin. (Archivbild)

Im Fall der getöteten Leonie in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wird auch der Einsatz des Bereitschaftsdienstes des Jugendamtes untersucht. Der durch die AWO durchgeführte Notdienst war am Abend des Todes der Sechsjährigen hinzugezogen worden.

Vorgaben offenbar nicht eingehalten

Für einen solchen Einsatz seien die Standards klar festgelegt, so der Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald. So müssten immer zwei Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes die Situation beurteilen. Auch die Kinder müssen in Augenschein genommen werden. Beides passierte in Torgelow offenbar nicht.

AWO-Geschäftsführer verteidigt Vorgehensweise

Nach Angaben des Geschäftsführers der AWO in Torgelow war eine Mitarbeiterin zunächst allein vorausgefahren. Nach deren Informationen war das verstorbene Mädchen eine Treppe hinuntergestürzt. Vor Ort sei sie zu dem Schluss gekommen, dass die beiden jüngeren Geschwister durch die Eltern und die Notfallseelsorge gut betreut seien. Gesehen habe sie die Kinder aber nicht. Eine zweite Kollegin wurde daraufhin nicht mehr dazu gerufen. Der AWO-Geschäftsführer verteidigte das Vorgehen: Dieses sei der besonderen Situation vor Ort geschuldet gewesen.

Trauerveranstaltungen in Wolgast und Torgelow

In Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) haben am Donnerstagabend mehr als 400 Menschen der getöteten Leonie gedacht. Ein Trauerzug ging durch die Stadt, zahlreiche Teilnehmer stellten Kerzen auf. Die Familie wohnte bis vor sechs Monaten in Wolgast. An einer Trauerfeier in Torgelow hatten sich bereits Anfang der Woche mehrere Hundert Menschen beteiligt.

Stiefvater bestreitet Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Stiefvater wegen Verdachts des "Mordes durch Unterlassen" und gegen die Mutter wegen unterlassener Hilfeleistung. Der 27-jährige Beschuldigte hatte nach seiner Festnahme nahe des vorpommerschen Ducherow sein Schweigen gebrochen und eine Schuld bestritten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.01.2019 | 13:00 Uhr

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