Ein ICE-Zug steht im Bahnhof von Stralsund. © picture alliance/dpa | Stefan Sauer Foto: picture alliance/dpa | Stefan Sauer
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Fahrplanwechsel in MV: Höhere Preise, kaum neue Verbindungen

Stand: 11.12.2022 11:51 Uhr

Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 wird das Bahnfahren teurer. Es sind aber auch neue Verbindungen im Fernverkehr in Mecklenburg-Vorpommern geplant. Vom Frühjahr an wird es fast täglich ICE-Verbindungen auf der Strecke Stralsund-Berlin geben.

Viele Neuerungen sind für Mecklenburg-Vorpommern erst ab März 2023 geplant. Einige Fahrplanänderungen treten allerdings schon ab 11. Dezember 2022 in Kraft. So bleiben beispielsweise der ICE-Sprinter sonnabends von Warnemünde über Halle und Erfurt nach Frankfurt am Main im Fahrplan. Bisher waren sie im Winterfahrplan weggefallen. Die bisherige Verbindung von Warnemünde nach Wien ist gestrichen worden. Wer jetzt nachts reisen will kann eine neue Zugverbindung abends um 19.56 Uhr nach Leipzig nehmen und muss dann dort umsteigen.

Weniger Direktverbindungen an die Ostsee

Darüber hinaus könnten auch zwei Änderungen in anderen Bundesländern für Fahrgäste aus MV interessant sein. Von Berlin und Leipzig fahren jetzt Nachtzüge nach Zürich. Und vom Hamburger Hauptbahnhof gibt es eine neue ICE-Direktverbindung zum Flughafen Frankfurt am Main. Allerdings gibt es nun weniger Möglichkeiten nach Mecklenburg-Vorpommern zu reisen. Wer von Bremen und Osnabrück an die Ostseeküste will, für den gibt es nur noch eine tägliche Verbindung ohne Umstieg über Hamburg nach Rostock, Stralsund und Binz auf Rügen.

Fernverkehr-Tickets im Durchschnitt fünf Prozent teurer

Mit der Fahrplanänderung müssen Bahnkunden für Fernzüge aber auch mehr bezahlen. Um durchschnittlich fünf Prozent hebt die Bahn die Preise im Fernverkehr an, auch für Bahncard-Inhaber. Die sogenannten Flex-Tickets sollen knapp sieben Prozent mehr kosten. Die Deutsche Bahn begründet das mit hohen Energiekosten. Unverändert bleiben laut Bahn die Spar- und Supersparpreise, von denen pro Fahrt stets ein gewisses Kontingent ab 21,90 Euro beziehungsweise 17,90 Euro zur Verfügung stehen wird. Auch die Reservierungskosten für Sitzplätze blieben gleich, hieß es.

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ODEG: Neues Ziel Flughafen BER

Beim Regionalverkehr der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) gibt es ebenfalls Fahrplanänderungen und neue Haltestellen. Der bisherige RE2 fährt jetzt als RE8 von Wismar über Schwerin, Ludwigslust, Wittenberge und Berlin nun auch zum Flughafen BER fahren. Die Regionalbahn fährt nicht mehr wie gewohnt nach Cottbus weiter. Reisende mit diesem Ziel müssen nun vorab in Berlin umsteigen.

Laut Pro Bahn keine wirklichen Veränderungen

Aus Sicht des Landesvorsitzenden des Fahrgastverbandes "Pro Bahn", Marcel Drews, gibt es keine großen Fahrplanänderungen. Es werde lediglich auf das bestehende Angebot verwiesen. Lücken würden weiterhin bestehen. Laut Drews fehle beispielsweise ein stündlicher Verkehrstakt im Regionalverkehr. "Gerade bei attraktiven Ticket-Angeboten sind gut nachgefragte Linien wie der RE1 zwischen Hamburg und Schwerin in diesem Sommer auch wegen des Zwei-Stunden-Taktes hoffnungslos überfüllt gewesen." An der derzeit erheblichen Unpünktlichkeit vieler Züge dürfte zudem ein Fahrplanwechsel nach Einschätzung des Fahrgastverbandes ebenfalls wenig ändern. "Die Infrastruktur gibt das einfach nicht her", so ein Sprecher vor der Fahrplanänderung. Zahlreiche Baustellen hätten den Fernverkehr in diesem Jahr ausgebremst. In manchen Monaten sei beinahe jeder zweite ICE und IC verspätet.

Die Grünen: "ÖPNV hat für Landesregierung geringen Stellenwert"

Auch Jutta Wegner, Verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im MV-Landtag, äußert sich kritisch: "So unterschiedlich kann ein Fahrplanwechsel aussehen: Während sich die Menschen in Brandenburg über mehr Zugkilometer, mehr Direktverbindungen, mehr Verbindungen an den Wochenenden sowie längere und modernere Züge freuen können, bleibt für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern de facto alles beim Alten." Ihrer Meinung nach würde ein Blick auf den Fahrplan zeigen, dass der ÖPNV für die Landesregierung immer noch einen geringen Stellenwert habe. Dabei mache Brandenburg derzeit vor, wie es in einem Flächenland mit dem ÖPNV vorangehen kann. "Hier gibt es mehr Angebote, mehr Züge, mehr Qualität. Diese erheblichen Verbesserungen im Nachbarland werden von der Landesregierung MV auch vollmundig gelobt. Sie scheinen jedoch kein Ansporn zu sein, die Weichen vor der eigenen Haustür in Richtung Zukunft zu stellen", so Wegner weiter. Sie fordert, dass die Landesregierung den Stillstand in MV beenden und sich ein Vorbild an Brandenburg nehmen soll.

Ab März 2023 dann weitere Änderungen

Ab dem 31. März soll es laut Deutsche Bahn fast täglich ICE-Verbindungen auf der Strecke Stralsund-Berlin geben. Bisher fährt ein Zugpaar am Wochenende. Die Abfahrt in Berlin ist nach Angaben der Deutschen Bahn um 11.44 Uhr, die Ankunft in Stralsund knapp drei Stunden später. Der Gegenzug fährt um 13.20 Uhr aus Stralsund los und kommt um 16.14 Uhr in Berlin an. Zudem soll der ICE gelegentlich auch ohne Umstieg von und nach Binz auf Rügen weiterfahren. Weitere Haltestellen sind unter anderem Züssow, Anklam, Pasewalk, Prenzlau, Angermünde und Eberswalde.

Auch die ODEG plant eine Neuheit für die Regionalbahn 13. Im kommenden Jahr soll ein neuer Halt mit dem Namen Industriepark Schwerin zwischen Plate und Wüstmark entstehen.
Auch in Rövershagen bei Karls Erlebnisdorf soll eine neue Haltestelle für den Landkreis Rostock gebaut werden. Die Inbetriebnahme der neuen Verkehrsstation für die Linie RB12 zwischen Rostock und Graal-Müritz soll im April 2023 beginnen. Beide Neubauten würden barrierefrei gestaltet sowie einen Wetterschutz und entsprechende Beleuchtungen erhalten, so Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD).

 

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NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 11.12.2022 | 08:00 Uhr

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