Stand: 07.05.2020 06:17 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Eurofighter-Absturz: Offenbar Pilotenfehler

Ein Mann hängt an einem geöffneten Fallschirm im Baum. © NDR
Bei dem Unglück Ende Juni 2019 konnte sich ein Pilot mit dem Schleudersitz retten, ein anderer kam ums Leben. (Archivbild)

Rund ein Jahr nach dem Absturz von zwei Eurofightern bei Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hat die Bundeswehr die Unfalluntersuchung offenbar abgeschlossen. Nach Informationen von "Spiegel Online" geht die Abteilung General Flugsicherheit von einem Pilotenfehler aus. Demnach sei der Eurofighter-Unfall vor allem durch die Unaufmerksamkeit des 27-jährigen Oberleutnants zustande gekommen, der sich in der Flugausbildung befand.

Pilot bereits bei Kollision in der Luft getötet

Gemeinsam mit einem Fluglehrer verfolgte der Pilot bei einer Luftkampfübung im Juni vergangenen Jahres einen dritten Eurofighter des Luftwaffengeschwaders "Steinhoff". Wie "Spiegel Online" berichtet, gehen die Ermittler davon aus, dass er offenbar vergaß, dass der zweite Jäger direkt neben ihm flog und rammte das andere Flugzeug. Der 27-jährige hatte dem Bericht zufolge keine Chance und verstarb vermutlich schon bei der Kollision in der Luft.

Vorwurf der mangelnden Dienstaufsicht

Der andere Pilot konnte rechtzeitig seinen Schleudersitz betätigen und wurde später aus einem Baum gerettet. Laut General Flugsicherheit sei der Unglückspilot möglicherweise gar nicht ausreichend für dieses Manöver ausgebildet worden und fiel kurz vor dem Unfall wegen schwacher Flugleistungen auf. Den Ausbildern werde deshalb mangelnde Dienstaufsicht vorgeworfen.

Tödliche Flugübung über der Seenplatte

Ende Juni 2019 waren die zwei Eurofighter-Jets bei einer Flugübung über der Gemeinde Nossentiner Hütte kollidiert und abgestürzt. Die Wracks stürzten nur wenige Hundert Meter neben Dörfern auf Felder und in Wälder. Am Boden wurde niemand verletzt.

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NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 07.05.2020 | 07:00 Uhr

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