Stand: 18.10.2019 15:57 Uhr

Erwin Sellering nimmt offiziell Abschied

Offizieller Abschied nach mehr als 17 Jahren als Abgeordneter im Landtag von MV: der ehemalige Ministerpräsident Sellering mit Landtagspräsidentin Hesse.

Es war sein letzter Arbeitstag im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern: Der frühere Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat am Freitagnachmittag sein Mandat zurückgegeben und sich aus der aktiven Politik zurückgezogen - und das an einem ganz besonderen Tag - seinem 70 Geburtstag.

Auch künftig im Landtag willkommen

Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD) gestaltete den offiziellen Abschied formal und privat zugleich. Der frühere Ministerpräsident sei auch künftig "gern gesehener Gast im Landtag". Der Politik-Pensionär und Jubilar Sellering nickte mit einem Lächeln auf dem Gesicht aus der letzten Abgeordneten-Reihe. Hesse blickte kurz auf Sellerings Karriere zurück. Und dann durfte der Landtag gratulieren.

Landtagspräsidentin Birgit Hesse verabschiedet Mecklenburg-Vorpommerns Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering mit Blumen.

Erwin Sellering geht in den Ruhestand

Nordmagazin -

An seinem 70. Geburtstag nahm der frühere Ministerpräsident Erwin Sellering Abschied aus der Politik. Die Fraktionen im Schweriner Landtag würdigten ihn mit stehenden Ovationen.

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Es folgten Händeschütteln, viel Schulterklopfen, Umarmungen, auf seinem Abgeordneten-Platz türmten sich Blumensträuße und Präsente. Sellering genoss es sichtlich. Die Krebserkrankung, die ihn vor gut zwei Jahren zum Rücktritt als Ministerpräsident zwang, die habe er überwunden, sagte er immer wieder. Er gehe aus Altersgründen und ohne Wehmut. Und deshalb verzichtete Sellering auch auf eine kurze Abschiedsrede, die eigentlich geplant war. Er wolle kein Art Vermächtnis hinterlassen.

Weiterhin gesellschaftlich aktiv

Sellering zieht sich aber nicht ins Private zurück. Er will sich als Vorsitzender des deutsch-russischen Partnerschaftsvereins für ein gutes Verhältnis zu Russland stark machen. Außerdem behält er seinen Aufsichtsrats-Posten bei den Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Seinen Geburtstag wird Erwin Sellering in einer Woche nachfeiern - in großer Runde auch mit ehemaligen Mitarbeitern.

Erkrankung nicht der Grund für den Abschied

Es sei schön gewesen, nach der Zeit als Ministerpräsident noch zwei Jahre lang als Abgeordneter zu arbeiten, sagte Sellering bei der Ankündigung seines Rückzugs vor gut einer Woche. Sellering war im Mai 2017 wegen einer Krebserkrankung überraschend als Ministerpräsident zurückgetreten. Nach erfolgreicher Therapie erklärte er im Dezember 2017 sein Comeback als Landtagsabgeordneter. Bei seinem Auftritt Anfang Oktober stellte er klar, sein Abschied habe nichts mit seiner Erkrankung zu tun. Er fühle sich fit und sei - wenn man das bei dieser Krankheit sagen könne - "vollständig gesund".

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"Gemeinsam gut vorangekommen"

Im Rückblick auf 17 Jahre, erst als Justizminister, dann - ab 2006 als Sozialminister - und anschließend als Hausherr in der Staatskanzlei sagte Sellering, er habe sich gern "für dieses wunderbare Land eingesetzt" und er danke den Mecklenburgern und Vorpommern für ihr Vertrauen. Mecklenburg-Vorpommern habe sich gut entwickelt, es gebe den Menschen eine liebenswerte Heimat. Sellering formulierte dabei auch einen Satz, der als "Klassiker" seiner Regierungszeit gilt: "Dabei sind wir alle gemeinsam gut vorangekommen." Künftig böten sich mehr Chancen, wenn Menschen von außerhalb kämen und sich hier engagierten, dazu müsse Mecklenburg-Vorpommern attraktiv sein. Mit Blick auf den östlichen Landesteil sagte Sellering: "Ich würde auch immer wieder den Vorpommern sagen, wenn man klagt, führt das nicht dazu, dass Leute gerne kommen und helfen".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Mittagsschau kompakt | 18.10.2019 | 12:00 Uhr

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