Stand: 15.04.2019 06:26 Uhr

Erneut Robben-Nachwuchs an Küsten von MV

Ein Seehund im Gras © NDR Foto: Martina Borchardt aus Neustrelitz
Kegelrobben galten an der deutschen Ostseeküste seit 1920 als ausgerottet. Nun sieht man sie immer wieder auch an den Küsten MVs. (Archivbild)

In Mecklenburg-Vorpommern hat es wieder eine Kegelrobbengeburt gegeben. Es ist das zweite Jahr in Folge mit Kegelrobbennachwuchs an der Küste unseres Landes. Im vergangenen Jahr wurde ein totes Robbenbaby auf Rügen gefunden, jetzt wurde ein totes Robbenjunges auf der Insel Poel entdeckt.

Jungtier vermutlich verhungert

Zwar werden immer wieder tote Kegelrobben angespült, bei dieser kleinen Robbe sprechen aber alle Anzeichen dafür, dass sie am Strand von Poel geboren wurde und dort kurz nach der Geburt gestorben ist. Das hat eine Sektion im Meeresmuseum Stralsund jetzt ergeben. Die genaue Todesursache hat die Obduktion aber nicht belegen können. Rein äußerlich war die kleine Kegelrobbe völlig unversehrt und zeigte keine Missbildungen. Die Wissenschaftler vom Meeresmuseum vermuten, dass Mutter- und Jungtier gestört wurden und das Kleine darum verlassen wurde. Damit wäre das Jungtier schutzlos gewesen und ist möglicherweise verhungert.

Hintergrund
Eine Kegelrobbe auf der Düne der Nordseeinsel Helgoland. © dpa - Report Foto: Ingo Wagner

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Muttermilch in den ersten Wochen unverzichtbar

Weitere Robbengeburten auf Poel sind zwar möglich, aber nicht belegt. Junge Kegelrobben sind in den ersten Wochen auf Muttermilch angewiesen. Nach der Geburt wiegen die Kleinen rund zehn Kilogramm, nach drei Wochen sind es schon 50. Nach ein paar Tagen kommt die Mutter immer seltener an den Strand und beobachtet vom Wasser aus den Nachwuchs. Das ist der Grund, warum man Jungtiere oft allein am Strand beobachten kann. Die weißen, flauschigen Jungrobben können noch nicht schwimmen. Erst nach etwa vier Wochen wächst das wassertaugliche Fell.

Seit etwa 15 Jahren wieder an den Küsten MVs

Kegelrobben galten an der deutschen Ostseeküste seit 1920 als ausgerottet. Seit etwa 15 Jahren sehe man sie nun immer wieder auch am Großen Stubber im Greifswalder Bodden und an der Greifswalder Oie, so die Meeresbiologin Linda Westphal: "Es hatte keiner damit gerechnet, dass wir jemals wieder Kegelrobben an unserer Küste vorfinden werden. Jetzt sind die Tiere selbstständig auf natürliche Weise wieder an unsere Küste zurückgekehrt."

Wurf- und Liegeplätze in den nächsten Jahren etabliert

Linda Westphal geht davon aus, dass die Kegelrobben in den nächsten Jahren Wurf- und Liegeplätze an unserer Küste etablieren. Eine Zählung in der vergangenen Woche hatte ergeben, dass momentan etwa 150 Tiere im Greifswalder Bodden leben. Die meisten Kegelrobben werden von Heringsschwärmen angelockt. Jetzt - mit absehbarem Ende der Heringssaison - werden es auch wieder weniger Kegelrobben.

Weitere Informationen
Eine Kegelrobbe auf der Düne der Nordseeinsel Helgoland. © dpa - Report Foto: Ingo Wagner

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.04.2019 | 06:00 Uhr

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