Stand: 06.09.2019 07:00 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Ermittlungen zur Brandursache bei Lübtheen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat die Ermittlungen zur Ursache des großen Waldbrandes bei Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Anfang Juli eingestellt. Es konnten keine Hinweise auf eine Brandstiftung gefunden werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehen die Ermittler davon aus, dass der Brand auf natürliche Weise entstanden ist.

Ursache möglicherweise durchgerostete Munition

Möglicherweise habe durchgerostete Munition mit Phosphor das Feuer ausgelöst, so die Ermittler. Kontakt mit Licht führt bei Phosphor zu einer Stichflamme. Da die Umgebung bei Lübtheen sehr trocken gewesen sei, hätten sich Teile des Waldbodens dadurch schnell entzünden können - auch an mehreren Stellen gleichzeitig, wie es hieß. Die Staatsanwaltschaft hatte ermittelt, weil Zeugen Unbekannte in der Nähe des Ausbruchsortes des Feuers gesehen hatten. Insgesamt waren rund 60 Hinweise eingegangen. Zwischenzeitlich war ein 38-jähriger Mann verhaftet worden. Nach einer kurzen Befragung stellte sich aber heraus, dass er mit dem Brand nichts zu tun hatte. Er wurde wieder freigelassen.

Vier Ortschaften waren vorsorglich evakuiert worden

Anfang Juli waren rund 5.000 Einsatzkräfte im Dauereinsatz, um den größten Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns zu löschen. Rund 1.200 Hektar Wald waren betroffen. Vier Ortschaften mit insgesamt 650 Einwohnern wurden vorsorglich evakuiert. Weil der Waldboden stark mit alter Munition belastet ist, wurden die Löscharbeiten erheblich erschwert. Die Feuerwehren mussten aus Sicherheitsgründen 1.000 Meter Abstand halten. Mit Hilfe von Räumpanzern und Löschhubschraubern von Bundeswehr und Bundespolizei konnten die Flammen aber von den Dörfern ferngehalten werden.

Es fehlte vor allem geeignetes Löschgerät

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Bergepanzer hatten ein Netz von Brandschneisen in den Wald gezogen, um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern.

Die Löscharbeiten waren unter anderem auch schwierig, weil es an geeignetem Einsatzgerät wie zum Beispiel gepanzerten Fahrzeugen fehlte. Der Brand wäre nach Einschätzung von Kreiswehrmeister Uwe Pulls möglicherweise schneller unter Kontrolle gebracht werden können, wenn die Feuerwehr sofort die richtigen Löschmittel zur Verfügung gehabt hätte. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte wenige Tage nach dem großen Waldbrand zwei neue Feuerwehrfahrzeuge in Lübtheen übergeben. Dies sei aber nur ein "Tropfen auf den heißen Stein", hieß es aus den Reihen der Feuerwehr. Der Landtag hatte bereits im April ein 50-Millionen-Euro Paket beschlossen. In den kommenden fünf Jahren soll neue Feuerwehrtechnik angeschafft werden. Ob da auch gepanzerte Fahrzeuge dabei sind, steht noch nicht fest.

Große Dankesfeier am Sonnabend in Lübtheen

Am Sonnabend veranstalten die Landesregierung und der Landkreis Ludwigslust-Parchim unter dem Motto "Wir sind alle Helden" eine große Dankesfeier in Lübtheen. Eingeladen sind alle Einsatzkräfte und deren Familien, die beteiligten Organisationen und interessierte Bürger. Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wird erwartet. Landrat Stefan Sternberg (SPD) betonte, dass Frauen und Männer über Tage hinweg erfolgreich gegen das Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz gekämpft hätten. "Nun wollen wir dies auch gemeinsam feiern." Eigens für die Feier hat der Landkreis eine Gedenkmünze entwerfen lassen, die an den Einsatz der vielen Helfer während des Waldbrandes erinnert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.09.2019 | 07:00 Uhr

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