Stand: 18.03.2019 16:55 Uhr

"Equal Pay Day": Demos gegen Lohnlücke

In Mecklenburg-Vorpommern sind am Montag in mehreren Städten Frauen für faire Löhne auf die Straße gegangen. Sie forderten am sogenannten Equal-Pay-Day, genauso gut bezahlt zu werden, wie ihre männlichen Kollegen. Aktionen gab es anderem in Stralsund, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg, Wismar, Boizenburg und Waren an der Müritz.

Lohnlücke beträgt 21 Prozent

Der "Equal Pay Day", also der Tag des gleichen Lohnes, ist bundesweit Anlass für Demonstrationen. Er soll den Tag markieren, bis zu dem Frauen wegen geringerer Einkommen im Schnitt rechnerisch umsonst arbeiten. Die Lohnlücke in Deutschland betrage nach wie vor 21 Prozent, erklärte das Aktionsbündnis unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamts.

Frauen oft in Teilzeit oder Minijobs

Die Lücke in der Bezahlung ergibt sich, weil Frauen oft in Teilzeit oder Minijobs und seltener in Führungspositionen arbeiten. Doch auch wenn man die Unterschiede herausrechnet bleibt ein ungleiches Bild: Bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit beträgt die Gehaltslücke laut Statistik sechs Prozent.

Kritik von Gewerkschaften

Nach Auffassung des DGB Nord wird in Unternehmen zu wenig für eine gerechte Bezahlung getan. Viele Gesetze für mehr Gleichberechtigung würden nur bei großen Unternehmen greifen - wie etwa das Entgelttransparenzgesetz. Es soll sicherstellen, dass Frauen im gleichen Betrieb für gleichwertige Arbeit den gleichen Lohn erhalten wie Männer. Dies gilt allerdings erst für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern. Die Mehrheit der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern arbeite allerdings in Firmen mit weniger als 200 Angestellten.

DGB Nord: Unternehmen in der Pflicht

Nach Auffassung von Lisanne Straka vom Deutschen Gewerkschaftsbund Nord wird in Unternehmen zu wenig für eine gerechte Bezahlung getan. Viele Gesetze für mehr Gleichberechtigung würden nur bei großen Unternehmen greifen. Dazu zählt beispielsweise das Entgelttransparenzgesetz, das sicherstellen soll, dass Frauen im gleichen Betrieb für gleiche und gleichwertige Arbeit den gleichen Lohn erhalten wie Männer. Seit Januar 2018 müssen Arbeitgeber den Angestellten auf Anfrage erläutern, nach welchen Kriterien sie wie bezahlt werden. Dies gilt allerdings erst für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern. Die Mehrheit der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern arbeite allerdings in Firmen mit weniger als 200 Angestellten.

Unterschied in Ostdeutschland geringer

Bundesweit liegt der Lohnunterschied bei 21 Prozent. Bei dem Durchschnittswert werden allerdings Faktoren wie unterschiedliche Berufe sowie Voll- oder Teilzeitarbeit nicht berücksichtigt. In Ostdeutschland fällt der Unterschied bei der Bezahlung von Frauen und Männern deutlich geringer aus, da Männer im Osten eher unterdurchschnittlich, im Westen jedoch eher überdurchschnittlich verdienen. Unter Frauen gibt es bundesweit kaum Lohnunterschiede.

Weitere Informationen

Frauen bekommen 20 Prozent weniger als Männer

Frauen verdienen in Niedersachsen nach wie vor im Schnitt 20 Prozent weniger als Männer. Das kritisieren Politiker, Gewerkschaften und Verbände anlässlich des Equal Pay Day. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.03.2019 | 05:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:23
Nordmagazin
01:34
Nordmagazin
00:52
Nordmagazin