Stand: 09.09.2019 11:30 Uhr

Elbe hat Niedrigwasser - Forscher nehmen Proben

Die Elbe ist am Pegel bei Dömitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) zu einem Rinnsal geschrumpft. Am Montagvormittag wurde dort ein Pegelstand von 3 Zentimetern gemessen. Das entspricht einer Differenz zum Mittelwasser von 2,13 Metern. Am Sonntag war es sogar lediglich 1 Zentimeter. Damit war der Wasserstand noch niedriger als im vergangenen Sommer mit seiner rekordverdächtigen Trockenheit.

Die Elbe wird zur Sandlandschaft

Flussbett wie eine Dünenlandschaft

Zu Fuß durch die Elbe kann trotzdem niemand gehen, das Flussbett ist wie eine Dünenlandschaft mit ganz flachen Stellen und Wassertiefen von mehr als drei Metern mit zum Teil gefährlichen Strömungen. In Damnatz - ein Stück flussaufwärts auf der niedersächsichen Elbseite - ist der Fluss etwas tiefer, dennoch liegt er auch dort knapp zwei Meter unter dem Mittelwasser. Experten gehen aber davon aus, dass der Wasserstand in der kommenden Woche weiter steigen wird.

Messboote kommen nicht durch Fahrrinne

Die gewerbliche Schifffahrt wurde auf dem Flussabschnitt schon seit Langem eingestellt. Das sei im Sommer jedoch nicht unüblich, hieß es vom Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt (WSA) Lauenburg. Jetzt hätten aber auch Freizeitkapitäne Schwierigkeiten, die Elbe zu befahren. Selbst die Messboote des WSA kämen nicht mehr durch die Fahrrinne, so dass es keine hundertprozentig verlässlichen Angaben über die tatsächliche Wassertiefe gebe.

Forscher-Team untersucht Wasserqualität bei Niedrigwasser

Die niedrigen Wasserstände hat sich derweil ein Team von Wissenschaftlern zunutze gemacht. Sie haben in den vergangenen Tagen an 24 Standorten entlang des Flusses Messungen durchgeführt, um die Wasserqualität der Elbe bei extremem Niedrigwasser zu untersuchen. Gestartet waren die Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) mit dem Forschungsschiff "Albis" im sächsischen Schmilka nahe der Grenze zu Tschechien. Die letzte Station auf ihrer 580 Kilometer langen Expedition war Geesthacht (Schleswig-Holstein).

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Schlechtere Wasserqualität durch Algen möglich

Die Wissenschaftler messen unter anderem Temperatur, Sauerstoff, die Trübung des Fließgewässers sowie chemische Parameter wie gelöste Nährstoffe, Schwermetalle, seltene Erden und Mikroschadstoffe. Interessant ist für die Wissenschaftler auch die Algenbildung. Die Balance zwischen günstigem und übermäßigem Algenwachstum könne bei Niedrigwasser gestört werden, hieß es. Wenn die Elbe sehr langsam fließe und die Sonne stark scheine, könne es insbesondere in unteren Flussabschnitten zu einer starken Abwertung der Wasserqualität durch Algen kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.09.2019 | 12:00 Uhr

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