Stand: 21.05.2019 14:35 Uhr

Einigung im Umgang mit Wölfen in Sicht

Wolfsabschüsse sollen nach dem Willen von Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) erleichtert werden. Wie das Landwirtschaftsministerium in Schwerin mitteilt, soll das Bundeskabinett am Mittwoch über einen Gesetzentwurf aus dem Bundesumweltministerium abstimmen, das den Abschuss von Wölfen erleichtert. Backhaus begrüßte den Entwurf und sagte, er trüge "eindeutig die Handschrift von Mecklenburg-Vorpommern."

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Backhaus will Wolfsabschüsse erleichtern

Im Streit um den richtigen Umgang mit dem Wolf rechnet Umweltminister Backhaus mit einem baldigen Durchbruch. Er will das Naturschutzgesetz ändern, damit auffällige Wölfe abgeschossen werden können. mehr

Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes notwendig"

Vorgesehen ist, den Abschuss von Wölfen zu vereinfachen und rechtssicher zu gestalten, heißt es aus dem Ministerium. Laut Backhaus sollen einzelne Raubtiere und sogar ganze Rudel schneller erlegt werden dürfen, wenn sie wiederholt Nutztiere reißen. Bisher muss der betroffene Nutztierhalter durch die Risse in seiner Existenz bedroht sein. Dafür wird eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetztes notwendig.

Auch Hobbyhalter und Jäger berücksichtigt

Konkret geht es um eine Formulierung im Bundesnaturschutz, die aufgeweicht werden soll. Statt von "erheblichem" ist nun von "ernstem Schaden" die Rede. Damit könnten auch Hobbyhalter berücksichtigt werden, so Backhaus. Außerdem sei auch ein Fütterungsverbot und die Einbeziehung von Jägern geregelt. In den betroffenen Verbänden im Land findet der Gesetzentwurf keine ungeteilte Zustimmung. Bauern-, Schaf- und Ziegenzuchtverband sowie der Naturschutzbund (NABU) finden, dass der Entwurf zu schwammig formuliert sei. Außerdem sei es nur ein Teilschritt, weil die Bestandsobergrenze nicht geregelt wird.

Das Wolfs-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern

Mehr als 70 Wolfsangriffe in diesem Jahr

Mehr als 70 Wolfsangriffe haben sich bislang in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern ereignet, etwa 120 Attacken waren es im Jahr zuvor. Seit 2017 sind nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Schwerin mindestens 400 Nutztiere wie Schafe und Ziegen von Wölfen getötet worden. Backhaus macht sich schon lange für Rechtsicherheit im Umgang mit auffälligen Wölfen stark.

Vorschaubild für den Podcast "Hintergründe" auf NDR 1 Radio MV © ndr.de Foto: ndr.de

14.5. Das Forum: Wie umgehen mit dem Wolf

NDR 1 Radio MV - Forum aktuell -

In MV gibt es sechs Rudel und einige Einzeltiere. Bauern- und Jagdverband wollen Wölfe ins Jagdrecht aufnehmen, Wolfexperten sagen, es ist noch Platz für mehr Wölfe im Land.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.05.2019 | 14:00 Uhr

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