Ein Fächer mit der Aufschrift "Wir sind es wert." liegt auf einem Tisch © picture alliance / dpa Foto: Arne Immanuel Bänsch

Einigung im Tarifstreit: Gewerkschaft in MV erleichtert

Stand: 25.10.2020 19:34 Uhr

Nach zähen Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst geeinigt. Zuvor gab es auch in MV zahlreiche Warnstreiks.

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst standen im Zeichen der Corona-Pandemie. Die Gewerkschaften mussten Warnstreiks und Proteste unter Einhaltung der Hygieneregeln durchführen. Die Haushalte der Kommunen wiederum sind wegen der Wirtschaftskrise und wegbrechender Gewerbesteuereinnahmen stark belastet. Am Sonntag einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften schließlich in Potsdam auf einen neuen Tarifvertrag.

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Teilnehmer stehen bei einer Kundgebung im Rahmen eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi auf dem Fischmarkt zusammen. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst

Nach zähen Verhandlungen ist der Durchbruch gelungen: Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich geeinigt. Mehr bei tagesschau.de. extern

Rund 10 Prozent mehr Geld für Intensivpfleger

Die größten Lohnerhöhungen gibt es demnach für Pflegepersonal. Die Mitarbeiter erhalten insgesamt 8,7 Prozent mehr Lohn. Für Beschäftigte in der Intensivpflege gibt es sogar rund 10 Prozent mehr. Dazu kommt eine monatliche Pflegezulage zwischen 70 und 120 Euro. Für die anderen Beschäftigen des Bundes gibt es Lohnsteigerungen in zwei Schritten: Um 4,5 Prozent in der niedrigsten und 3,2 Prozent in der höchsten Lohngruppe. Alle Beschäftigten sollen zudem eine Corona-Prämie zwischen 300 und 600 Euro erhalten. Die Arbeitszeit bei Bund und Kommunen im Osten wird von 40 Stunden auf das West-Niveau von 39 Stunden gesenkt. Frank Schischefsky von Ver.di Nord sprach von einem sehr guten Ergebnis für die Angestellten im Öffentlichen Dienst in Mecklenburg-Vorpommern. Schischesky hebt dabei die hohen Lohnsteigerungen für das Pflegepersonal hervor.

Etwa 50 Millionen Euro Mehrkosten für Kommunen MV

Der Kommunale Arbeitgeberverband Mecklenburg-Vorpommern ist nur zum Teil zufrieden. Wie Verbandgeschäftsführerin Gabriele Axmann im Gespräch mit NDR 1 Radio MV sagte, sei die Einigung ein gerade noch vertretbarer Kompromiss für die Arbeitgeber. Er schaffe Planungssicherheit und beende die Streiks. Die Erhöhung um 3,2 Prozent bedeute für die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern jedoch eine Erhöhung der Personalkosten von rund 50 Millionen Euro für die Laufzeit von 28 Monaten, so Axmann weiter.

Kundgebungen auch in Nordwestmecklenburg

Zuvor hatten unter anderem Verwaltungsmitarbeiter aus Behörden in Nordwestmecklenburg und Beschäftigte des DRK-Krankenhauses in Grevesmühlen mit einem Warnstreik ihrer Forderung nach besserer Entlohnung Nachdruck verliehen. Dem Aufruf von Ver.di zu Arbeitsniederlegungen waren nach Angaben der Gewerkschaft rund 50 Beschäftigte gefolgt. Auf einer Kundgebung vor der Kreisverwaltung in Grevesmühlen hatten sie ihre Bereitschaft zum Arbeitskampf gezeigt. Zahlreiche Angestellte waren aber auch an ihren Arbeitsplätzen geblieben. Für viele Mitarbeiter der Krankenhäuser in Grevesmühlen und Grimmen war es auch darum gegangen, überhaupt einen Tarifvertrag zu bekommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 25.10.2020 | 19:00 Uhr

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