Stand: 29.04.2020 17:31 Uhr

Einigung im Nahverkehrs-Tarifstreit in MV

Bei einem weiteren Warnstreik im Öffentlichen Nahverkehr stehen die Bahnen auf dem Betriebshof der Rostocker Straßenbahn AG. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild
Im Zuge des Tarifstreits war es in Mecklenburg-Vorpommern zu zahlreichen Warnstreiks gekommen. (Archivbild)

Im monatelangen Tarifstreit um höhere Löhne bei den kommunalen Nahverkehrsbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern ist eine Einigung erzielt worden. Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) und die Gewerkschaft ver.di stimmten dem Schlichterspruch zu, wie beide Parteien am Mittwoch erklärten.

Erhöhung in drei Schritten

Die Einigung sieht eine Erhöhung des Monatslohns in drei Schritten vor. Demnach gibt es mit Stichtag 1. Januar für dieses und das kommende Jahr jeweils 110 Euro mehr, mindestens jedoch drei Prozent. Ab 1. Dezember 2021 gibt es eine weitere Erhöhung in derselben Größenordnung. Bei den Stufen 2 und drei gilt die Einschränkung, dass die gesamte Summe nur dann gezahlt wird, wenn die Arbeitszeit bei 40 Stunden bleibt. Sollte sie um eine Stunde reduziert werden, wie von ver.di gefordert, gibt es nur jeweils 55 Euro mehr. Die Laufzeit beträgt 30 Monate und gilt bis zum Ende Juni 2022.

"Augenmaß bewiesen"

Nach Angaben der Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes, Gabriele Axmann, entspricht die Erhöhung etwa 1,90 Euro pro Stunde. "Mit der Akzeptanz des Schlichtungsergebnisses haben die Arbeitgeber gezeigt, dass sie trotz der durch die Pandemie vorhersehbaren wirtschaftlichen Herausforderungen bereit waren, die Entgeltverhandlungen zu Ende zu führen", so Axmann. Auch ver.di-Sprecher Karl-Heinz Pliete zeigte sich zufrieden. Das Schlichtungsergebnis sei bei einer Befragung von knapp 87 Prozent der Mitglieder angenommen worden. "Damit haben unsere Mitglieder vor dem Hintergrund der hart geführten Tarifverhandlung Augenmaß bewiesen", so Pliete.

Zahlreiche Warnstreiks

Über die Arbeitszeit soll noch einmal extra verhandelt, hierfür hatte ver.di den Manteltarifvertrag gekündigt. Im Zuge des Tarifstreits kam es landesweit zu zahlreichen Warnstreiks, von denen Zehntausende Pendler betroffen waren. Von der Einigung sind rund 2.100 Beschäftigte betroffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.04.2020 | 17:00 Uhr

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