Rostock: Im Überseehafen ist ein auf einem Schiff montierter Schwerlastkran umgeknickt. © Stefan Tretropp Foto: Stefan Tretropp

Ein Jahr danach: Reparatur des Offshore-Krans bis Ende 2021

Stand: 02.05.2021 09:25 Uhr

2020 war kein gutes Jahr für den Rostocker Kranbauer Liebherr-MCCtec: Im Februar 2020 stürzen beim Verladen zwei 400-Tonnen Kräne ins Hafenbecken. Am 2. Mai, vor genau einem Jahr, knickt bei einem Belastungstest ein auf einem Spezialschiff montierter Riesenkran um wie ein Streichholz.

Bei dem Unglück im Mai 2020 wurden 12 Menschen verletzt. Für den Kranbauer Liebherr entstand bei dem Unfall eigenen Angaben zufolge ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Mit einer Hubleistung von bis zu 5.000 Tonnen bei einer maximalen Hubhöhe von 175 Metern über Deck war der HLC 295000 nach Angaben der Firma der größte Offshore-Kran, den Liebherr je gefertigt hat. Auch ein Jahr danach sind die Ermittlungen der Behörden zum Unfall-Hergang noch immer nicht abgeschlossen.

Unfall-Ursache wohl schadhafter Kranhaken

Sowohl Liebherr als auch die Staatsanwaltschaft gehen weiterhin davon aus, dass ein fehlerhafter Kranhaken, produziert in den Niederlanden, die Ursache war. Dieser sollte eigentlich Belastungen von mehr als 5.000 Tonnen aushalten. Beim Test am 2. Mai 2020 war der Haken allerdings bei 2.600 Tonnen Last gebrochen, so dass der Kranausleger wegen der plötzlich abreißenden Last unter seinem eigenen Gewicht umknickte.

Reparatur bis Ende 2021 geplant

Mittlerweile ist der der 145 Meter lange Kranausleger vom Schiff demontiert und zu großen Teilen auch schon wieder repariert worden. Wie es vom Liebherr auf Anfrage hieß, soll der Riesenkran Ende 2021 wieder vollständig montiert sein. Das ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Spezialschiff "Orion 1" liegt derzeit zu Reparatur- und Vermessungsarbeiten auf einer polnischen Werft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 02.05.2021 | 11:00 Uhr

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