Stand: 25.03.2020 15:08 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Erster Ministerpräsident MVs: Alfred Gomolka gestorben

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Der ehemalige Ministerpräsident von Mecklenburg Vorpommern, Alfred Gomolka, wurde 77 Jahre alt.

Der erste Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Alfred Gomolka, ist tot. Nach Bestätigung der Landes-CDU starb Gomolka im Alter von 77 Jahren. Gomolka war im Herbst 1990 in Greifswald ein Mann der ersten Stunde. Ende Oktober 1990 wurde Alfred Gomolka im Landtag als erster Regierungschef des neuen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern gewählt - der gebürtige Breslauer leitete eine Koalition aus CDU und FDP. Gomolka war verheiratet und Vater von vier Kindern.

Ex-Ministerpräsident Alfred Gomolka ist tot

Nordmagazin -

Nach längerer Krankheit ist der Politiker Alfred Gomolka im Alter von 77 Jahren gestorben. Der Christdemokrat war der erste Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns.

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Schwesig: "Sein Andenken stets in Ehren halten"

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) würdigte die Arbeit Gomolkas. Er habe den Aufbau des Landes nach der Deutschen Einheit entscheidend mitgeprägt, sagte Schwesig am Mittwoch in Schwerin. Auch das Zusammenwachsen Europas sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen. "Für sein Engagement für unser Land und Europa gebühren ihm großer Dank und höchste Anerkennung", so Schwesig weiter. Die Ministerpräsidentin sprach den Angehörigen ihr Beileid aus. "Wir verabschieden uns in stiller Trauer von Alfred Gomolka und werden sein Andenken stets in Ehren halten."

CDU-Fraktionschef Renz: "Urgestein der Christdemokratie im Land"

Der amtierende CDU-Landesvorsitzende Eckhardt Rehberg lobte die Leistungen Gomolkas beim Aufbau des Landes. Er habe Mecklenburg-Vorpommern in den Anfangsjahren sehr geprägt, die Union verliere einen verdienstvollen Mitarbeiter. CDU-Fraktionschef Renz bezeichnete Gomolka als "Urgestein der Chrsitdemokratie im Land", er sei das prägende Gesicht des neu entstandenen, demokratischen Mecklenburg-Vorpommerns.

Von Mecklenburg-Vorpommern nach Brüssel

Die wirtschaftlichen Umbrüche der Nach-Wendezeit und die rasant steigende Arbeitslosigkeit bestimmten seine kurze Amtszeit. Im Zuge der Werftenkrise geriet er innerparteilich unter Druck - die CDU-Fraktion rückte von ihm ab und er trat im März 1992 zurück.

Einer seiner Widersacher, der damalige CDU-Generalsekretär Seite, beerbte ihn als Ministerpräsident. Gomolka blieb bis 1994 Landtagsabgeordneter. Er wechselte danach als CDU-Europa-Abgeordneter nach Brüssel und Straßburg. Dort blieb er bis 2009 aktiv, setzte sich vor allem für den Beitritt Lettlands in die Europäische Union ein und machte sich für den Wissenschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern stark. Zuletzt hatte er sich weitgehend zurückgezogen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.03.2020 | 11:00 Uhr

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